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LaborInfo 72

Influenza

Die Polymerase-Ketten­reaktion (PCR) ist die Diagnostik der Wahl zum Nachweis oder Ausschluss einer Infektion mit Influenza-Viren.
Die Methode unterscheidet:

  • Influenza-A,
  • Influenza-B und
  • Neue Influenza A/H1N1.

Influenza-Viren gehören zur Familie der Orthomyxoviridae. Durch Influenza-Viren hervorgerufene Erkrankungen beim Menschen erfolgen überwiegend durch Influenza-A- und B-Viren. Das natürliche Reservoir der Influenza-A-Viren ist bei Wildvögeln zu finden. In der Bevölkerung zirkulierten saisonal bisher nur die beiden Influenza-A-Subtypen H3N2 und H1N1. Bei den Influenza-B-Viren gibt es zwei genetisch unterschiedliche Linien, die parallel in der menschlichen Population anzutreffen sind.

Im April 2009 wurde ein neues humanes Influenza-A-Virus beschrieben (Neue Influenza A/H1N1). Dieser Erreger unterscheidet sich genetisch von den beiden anderen saisonalen Influenza-A-Erregern und stellt eine so genannte Dreifach-Reassortante dar (entstan­den durch Austausch porciner, aviärer und humaner Influenza-Gensequenzen).

Die Übertragung der Influenza-Viren erfolgt über Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen verbreitet werden. Kontaminierte Oberflächen stellen weitere Übertragungswege dar.
Eine Impfung gegen Influenza-Viren wird empfohlen bei Personen über 60 Jahren, bei Schwangeren bzw. bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung, bei medizinischem Personal und Menschen, die viel Kontakt zu anderen haben. 

Die saisonalen Influenzaerkrankungen präsentieren sich nach einer Inkubationszeit von 2-3 Tagen mit folgender Trias: plötzlicher Beginn mit hohem Fieber, Myalgien und/oder Kopfschmerzen und Husten. Weitere Symptome sind Schüttelfrost, allgemeine Schwäche und ein teilweise sehr schweres Krankheitsgefühl. Komplikationen können in Form einer Enzephalitis und Myokarditis entstehen. Bei Kindern tritt häufig auch eine Otitis media auf. Abgeschwächte und asymptomatische Verläufe sind ebenfalls möglich.
Pathogenese und klinische Symptome der Neuen Influenza A/H1N1 unterscheiden sich grundsätzlich nicht von der saisonalen Influenza. Wie bei der saisonalen Influenza kann es auch hier zu einer bakteriellen Superinfektion der Lunge mit einer daraus resultierenden bakteriellen Pneumonie kommen.

Probenmaterial:
trockene Rachen- oder Nasen­abstriche (ohne bakteriologisches Transportmedium!)

Die Therapie besteht in der Gabe von Neuraminidaseinhibitoren (Oseltamivir und Zanamivir) innerhalb der ersten 24-48 Stunden nach Krankheitsbeginn. Bei rechtzeitiger Einnahme werden in der Regel die Krankheitssymptome abgeschwächt und die Dauer der Erkrankung verkürzt. Bei Influenza-A-Viren ist außerdem eine frühe Therapie mit Amantadin möglich.  

Hinweis zur Abrechnung: Ausschlussziffer 32006 auf dem Überweisungsschein vermerken.

Literatur:

  1. Zepp F, Ruf BR (Hrsg.) „H1N1 Update 2009“, med update GmbH, Wiesbaden
  2. Panning M, Schwemmle M, Mikrobiologe, 20. Jg., 2010:223-228
  3. Epidemiologisches Bulletin, 2. August 2010, Nr. 30:279-298
Labor-Info: 72.2
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