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LaborInfo 49

Hereditäre Hämochromatose

Die klassische hereditäre Hämochromatose ist eine autosomal rezessiv vererbte Stoffwechselkrankheit. Sie ist in den meisten Fällen assoziert mit einer Punktmutation auf dem Hämochromatose-Gen (HFE-Gen).
Ihre Prävalenz beträgt in Nordeuropa etwa 1 : 200.

Bis vor kurzem basierte die Diagnose der Hämochromatose auf klinischen Symptomen sowie dem Nachweis erhöhter Eisen-parameter (Ferritin, Eisen) nach Ausschluss einer sekundären Ursache der Eisenüberladung. Oft wurde die Diagnose erst im fortge-schrittenen Stadium gestellt.

Infolge einer gesteigerten intestinalen Eisenabsorption kommt es bei dieser Erkrankung zur vermehrten Eisenablagerung in den Parenchymzellen von Leber, Pankreas und Herzmuskel.
Nach jahrelangem Verlauf kann dies zu Leberzirrhose, Diabetes oder Kardiomyopathie führen.

Neben der primären hereditären Hämochromatose wird die sekundäre, erworbene Form der Eisenablagerung, z.B. bei chronischen Anämien, bedingt durch ineffektive Erythropoese oder Hämolyse, aber auch nach häufigen Erythrozyten-Transfusionen oder Alkoholabusus, beschrieben.

Es gibt folgende genetische Marker:

  • Eine Punktmutation auf dem HFE-Gen führt zu einem Aminosäuretausch von Cystein zu Tyrosin (C282Y).
  • Zirka 80 % der Patienten mit hereditärer Hämochromatose sind homozygote Träger dieser genetischen Variante.
  • Darüber hinaus existiert eine weitere Mutation in Position 63 des HFE-Gens mit einem Histidin/ Aspartat-Austausch (H63D). Jedoch ist das alleinige Auftreten dieser Mutation für die genetische Diagnose der hereditären Hämochromatose von geringerer Bedeutung.
  • Demgegenüber führt die kombinierte Heterozygotie C282Y/ H63D zu einem erhöhten Hämochromatose-Risiko bei etwa 1-2% der Patienten.
  • Eine weitere Mutation, bei der Cystein Serin in Position 65 ersetzt (S65C), scheint dagegen klinisch kaum relevant zu sein.

Indikation:

  • Erhöhte Serumeisen- und Ferritinwerte
  • Eisenablagerung in der Leber (Zirrhose), Pankreas (Diabetes),
  • Haut (Bronzefärbung), Herz (Kardiomyopathie), Gelenken (Arthrose)
  • Bei bekannter Familien-anamnese

Die Mutation C282Y (in Kombination mit H63D) gilt derzeit als der beste genetische Marker zum Erkennen einer hereditären Hämochromatose.
Der Nachweis ermöglicht eine frühzeitige, präsymptomatische Diagnose.
Patienten können somit weit vor dem Auftreten von Krankheitserscheinungen einer Behandlung zugeführt werden. Sie haben dann eine normale Lebenserwartung.

Material und Methode: 8 ml EDTA-Blut

Molekulargenetischer Nachweis C282Y und H63D mittels real-time PCR und Schmelzkurvenanalyse

Literatur:
A.Pietrangelo, “Hereditary Hemochromatosis- A new Look at an Old Disease”
N Engl J Med 2004;350: 2383-97

Stand: Januar 2007

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