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LaborInfo 3

Blutkultur-Diagnostik

Blutkulturen gehören unbedingt zur Standarddiagnostik bei folgenden Infektionserkrankungen:

  • Meningitis
  • Neutropenie und Fieber
  • Peritonitis
  • Pneumonie, vor allem Pneumonie bei Beatmung
  • Urosepsis
  • Venenkatheterinfektion
  • Endokarditis
  • Fieber nach Fremdkörperimplantation
  • Osteomyelitis
  • Verdacht auf systemische Pilzinfektion
  • Abszeß mit Zeichen einer Allgemeininfektion
  • Verdacht auf Erregerwechsel unter Therapie
  • Fieber unklarer Genese (!!!)

Wichtig
Blutkulturflaschen nach Inokulation des Blutes auf schnellstem Wege ins Labor transportieren. Bis zum Transport die Blutkulturflaschen bitte bei Zimmertemperatur aufbewahren!!

Eine Belüftung der aeroben Blutkulturflasche ist nicht erforderlich.

Die Abnahme von Blutkulturen sollte immer vor einer Antibiotikatherapie erfolgen. Besonders wichtig ist die Beachtung von Hygienemaßnahmen:

  • Hygienische Händedesinfektion (mind. 30 Sekunden)
  • Hautdesinfektion (z.B. mit 70%igen Alkohol für mind. 1 Min., unter mehr-maligem Wechsel des Tupfers!)
  • Ohne erneute Venenpalpation: Punktion
  • Wischdesinfektion des Gummistopfens der Blutkulturflaschen
    (z.B. mit 70%igen Alkohol)

Je nach Infektionsverdacht und Infektionslokalisation werden aerobe, anaerobe oder aerobe und anaerobe Blutkulturen 2-3 mal abgenommen.
Bei Sepsis unklarer Genese sollten aerobe und anaerobe Blutkulturen abgenommen werden, dagegen sind bei Urosepsis, Pneumonie, Meningitis und Osteomyelitis aerobe Blutkulturen als ausreichend anzusehen. Falls nach 48 Stunden kein Erregernachweis erfolgt, sollten erneut Blutkulturen abgenommen werden.
Nur bei Endokarditis sollten mehr als 3 Blutkulturabnahmen erfolgen.
Sehr wichtig ist die richtige Menge abgenommenen Blutes: pro Flasche 8-10 ml Blut.

Quelle: Prof. Dr. F. D. Daschner, Freiburg

Interpretation von Blutkulturbefunden:

Wenn folgende Erreger aus auch nur einer einzigen Blutkulturflasche isoliert werden, besteht dringender Infektionsverdacht und somit Indikation für sofortige antimikrobielle Therapie:

  • gramnegative Stäbchen
  • Staphylococcus aureus
  • betahämolysierende Streptokokken der Gruppe A
  • Pneumokokken
  • Meningokokken
  • Candida spezies
  • vergrünende Streptokokken

Bestimmte Erreger geben einen Hinweis auf die Infektionslokalisation:

vergrünende Streptokokken

Endokarditis

Staphylococcus aureus

Osteomyelitis, Abszeß, Venenkatheterinfektion

A-Streptokokken

nekrotisierende Fasciitis

Candida spezies

Venenkatheterinfektion

Pneumokokken

Pneumonie

Staphylococcus epidermidis

Fremdkörperinfektion (meist Venenkatheterinfektion)

Stand: Januar 2007

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