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LaborInfo 29


IgG-Subklassen

Die humanen IgG-Antikörper setzen sich aus vier verschiedenen Subklassen IgG1 - IgG4 zusammen, die sich nicht nur biochemisch und physikalisch unterscheiden, sondern insbesondere durch unter-schiedliche Funktionen in der Immunabwehr charakterisiert sind.
Ein Mangel einer Immunglobulinklasse muss nicht mit einer Verminderung der Gesamt-IgG-Konzentration einhergehen.
Häufig beruht das Auftreten eines IgG-Subklassenmangels im Kindesalter auf einer verzögerten Reifung des Immunsystems.

IgG1:

Die Subklasse IgG1 stellt mit ca. 70% des Gesamt-IgG die größte Fraktion dar. Hier sind die meisten protektiven antibakteriellen und antiviralen Antikörper enthalten.
Niedrige Konzentrationen führen deshalb zur allgemeinen Immun-defizienz. Häufig sind dadurch pyogene Infektionen und chronische Lungenerkrankungen.
Kombiniert mit einem IgG2-Mangel werden niedrige Konzentrationen beim nephrotischen Syndrom und insbesondere bei der Minimal-change Nephritis gefunden.

Indikationen der IgG-Subklassenbestimmung:
  • Rezidivierende Infektionen
    (Otitis, Sinusitis, Bronchopneumonie)
  • Meningitis
  • Rezidivierende Diarrhoen
    insbesondere bei gleichzeitigem Vorliegen einer bronchopulmonalen Erkrankung
IgG2:

Vorwiegend Antikörper gegen bakterielle Kapselpolysaccharide. Ein Mangel führt deshalb überwiegend zu Infektionen mit bekapselten Bakterien wie H. influenza und Pneumokokken.

Im Kindesalter tritt der IgG2-Mangel häufig kombiniert mit IgG4-Mangel auf. Es kommt dabei dann zu rezidivierenden Atemwegsinfektionen, chronischer Otitis und Sinusitis sowie Meningitis.

IgG3:

Enthält vor allem virusneutralisierende Antikörper. Ein Mangel verursacht insbesondere auch im Erwachsenenalter Fieberschübe, häufige Durchfälle, rezidivierende Infektionen der Atemwege und virusbedingte Harnwegsinfektionen. Oft kombiniert mit einem IgG1-Mangel.

Therapeutische Möglichkeiten:
  • Steigerung der Infektabwehr durch Impfungen
    (Pneumokokken, Haemophilus, Grippe)
  • Frühzeitige antibiotische Therapie bei Infekten
  • Immunglobulin-Substitution bei schweren klinischen Verlaufsformen
IgG4:

Die klinische Relevanz eines isolierten IgG4-Mangels ist umstritten. Meist kombiniert mit IgG2-Mangel und /oder IgA-Mangel.
Erhöhte Konzentrationen werden bei atopischer Dermatitis, Asthma, Bronchiektasen und Muskoviszidose gefunden.

Material: 1 ml Serum

Die Referenzbereiche sind altersabhängig und werden auf dem Befund mitgeteilt.

Stand: November 2006

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