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LaborInfo 19

Osteoporose-Knochenstoffwechsel

Wir empfehlen als Marker für die Knochenresorption:

  • TRAP 5b im Serum (unabhängig von Ernährung, keine zirkadiane Schwankung, taggleicher zeitnaher Laboreingang) oder
  • ß-CTX („CrossLaps“) im Serum (im EDTA-Blut stabiler, Blutentnahme nüchtern von 7.00 bis 9.00 Uhr) oder
  • “Crosslinks” im Urin

    Die Crosslinks Pyridinolin (PYD) und Desoxy-Pyridinolin (DPD) sind Quervernetzer im Kollagenmolekül (unabhängig von Ernährung, keine zirkadiane Rhythmik; stabiler als Serumparameter).
    Präanalytik: Erster Morgenurin, keine direkte Sonneneinwirkung.

und als Marker für die Knochenneubildung:

  • “Ostase” i.S. (knochenspezifische Alkalischen Phosphatase)
    Neben der Osteoporose ist die Best. der Ostase i.S. indiziert bei:
    - Erhöhter Gesamt-AP ungeklärter Genese
    - V.a. Knochen-Metastasen, z.B. beim Prostata-Ca

Zur Prävention einer Osteoporose wird empfohlen:

  • Bestimmung von 25(OH)-Vitamin D von Januar - April
  • Knochenresorptionsmarker: bei Frauen 2 J. nach Meno-pause und danach alle 5 J.; bei Männern ab 65 J., z.B. alle 5 Jahre
  • Ausschluss Östradiol unter 15 pg/ml in der Postmeno-pause und Hypogonadismus beim älteren Mann (Testosteron / SHBG)

Bei Patienten mit Primärer Osteoporose wird empfohlen, jeweils einen Marker für den Knochenaufbau und einen Marker für den Knochenabbau zu bestimmen:

  • zur Klassifizierung zwischen hohem und niedrigem Knochenumsatz
    high-turnover (Fast-Loser-Patienten): Marker sind erhöht.
    Oft am Beginn der Menopause und im Senium. Hier wird die Therapie mit Medikamenten empfohlen, die die Knochenresorption hemmen (z.B. Bisphosphonate, Calcitonin).
    low-turnover (Slow-Loser-Patienten): Marker sind meist normal.
    Auftreten oft >10 Jahre nach der Menopause.

  • zur Therapie- und Verlaufskontrolle
    Im Gegensatz zu bildgebenden Verfahren können die Laborparameter schon nach 1 Monat bei Bisphosphonaten den Therapieerfolg anzeigen. Zur Verlaufskontrolle ist die Bestimmung eines Knochenresorptions-marker ausreichend.

  • als Hinweis auf ein besonderes Frakturrisiko

Hinweis: Bei Patienten mit Knochenmetastasen, Morbus Paget oder Primärem Hyperparathyreoidismus sowie nach einer Fraktur werden ebenfalls erhöhte Knochenumsatzmarker gefunden.

Osteoporose Diagnostik
Risikofaktoren, Anamnese, Klinik

Röntgen, Osteodensitometrie
Initiales Minimalprogramm:
BSG, Diff.-BB., Calcium, Phosphat, Gesamt-AP, γ-GT, GPT/ALAT, Gesamteiweiß, Elektrophorese
Im 24h-Sammelurin: Calcium, Phosphat, Eiweiß

Diagnose: V. a. Osteopenie/Osteoporose

Ausschluss Sekundäre Osteoporose

V. a. Hypercortisolismus:

Serumcortisol morgens vor und nach Dexamethasonsuppression
(2 mg. um 23.00 Uhr)

V. a. Androgenmangel beim Mann:

Testosteron, SHBG, LH, FSH

V. a. Plasmozytom:

Immunfixationselektrophorese

V. a. Hyperthyreose:

TSH (FT3, FT4)

Calcium erhöht:

Parathormon (Hyperparathyreodismus)

V. a. renale Osteopathie:

Parathormon, 1,25 Di-OH-Vitamin D

V. a. Malabsorptionsydrom:

u. a. 25-OH-Vitamin D, Calcium, Ferritin, Quickwert

V. a. latente Osteomalazie:

25-OH-Vitamin D, Parathormon

Diagnose: Primäre Osteopenie/Osteporose

Stoffwechselmarker

Knochenresorptionsmarker:

  • TRAP 5b im Serum (unabh. von Ernährung/zirkadianer Rhythmik, taggleicher zeitnaher Transport)
  • oder ß-CTX („CrossLaps“) im Serum (im EDTA stabiler, BE von 7.00 bis 9.00 Uhr, nüchtern)
  • oder Crosslinks im ersten Morgenurin (stabiler als Serumparameter, unabhängig von Ernährung)

Knochenaufbaumarker:

  • Knochen-AP (''Ostase'') im Serum

Calcitrope Hormone: Parathormon, 25-OH-Vitamin D

Klassifikation:
High / low turn over
Osteomalaziekomponente

Individuelle Therapie:
Wiederholung Labor Knochenmetabolismus z. B. nach 3 und 6 Monaten
(u. a. Crosslinks, Ostase)
Wiederholung Knochendichte nach 12 Monaten

Fliess-Schema verändert nach Seibel Syllabus Intensivkurs klinische Endokrinologie 1995 und Klin. Lab. 1993; 39: 341-345

Stand: Januar 2007

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