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LaborInfo 151


Vitamin B12 (Cobalamin)

Verbesserte Diagnostik mit HoloTC (Holotranscobalamin)

Bei Vitamin B12-Spiegeln zwischen 150-350 pg/ml ist die Bestimmung von HoloTC ratsam. Ein Folsäuremangel sollte zusätzlich ausgeschlossen werden.

Da die perniziöse Anämie häufig mit Eisenmangel vergesellschaftet ist, sind Ergänzungen mit Ferritin / CRP und ggf. lösl. Transferrinrezeptor sinnvoll.

Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Häufigkeit eines Vitamin B12-Mangels (Häufigkeit im höheren Alter > 20%!, bei Patienten im Krankenhaus bis zu 55%). Nur ein kleiner Teil der Patienten mit Vitamin B12-Mangel hat Blutbildveränderungen (megaloblastäre Anämie).
Besonders im Alter gehen die neuropsychiatrischen Symptome (Gangataxie, Parästhesien, Abnahme des Vibrations- und Lagesinns, Kraftlosigkeit, Gedächtnisstörungen, Antriebsminderung, Depression, Halluzination) den hämatologischen Veränderungen häufig Monate bis Jahre voraus.

Wichtigste Ursachen des Vitamin B12-Mangels:

Großzügige Indikationsstellung (insbesondere weil die neurologischen Symptome nur dann reversibel sind, wenn die Therapie innerhalb der ersten 12 Monate begonnen wird):

  • ab 65 Jahre jährlich
  • alle Patienten in Institutionen oder Psychiatrischen Einrichtungen
  • bei hämatologischen oder neuropsychiatrischen Symp-tomen des B12-Mangels
  • jährlich bei grenzwertigen Ergebnissen
  • bei besonderer Anamnese (z.B. Gastrektomie, chron. Alkoholkonsum, chron. Magen-/Darmerkrankungen)
  • Bestimmung von HoloTC bei Erkrankungen, die mit hohen B12-Werten einhergehen (z.B. CML)
  • Mangelnde Zufuhr (bei 40% der Vegetarier, Alkoholkonsum)
  • Malabsorption bei intestinalen Erkrankungen:
    - Intrinisic-Faktor-Defizit (Perniziöse Anämie, Z.n. Gastrektomie)
    - Achlorhydrie (häufig im Alter), atrophische Gastritis (H. pylori), H2- oder Protonenpumpen- blocker, bakterielle Überwucherung

Diagnostik:

1. Vitamin B12/Folsäure im Serum
(ein B12-Mangel ist häufig mit Folsäure-Mangel kombiniert)
Wird Vitamin B12 zweimalig unterhalb von 150 pg/ml gemessen, gilt ein Mangel als nachgewiesen. Zur Abklärung der Genese ist die Bestimmung der Antikörper ratsam. Vitamin B12-Werte oberhalb 300-400 pg/ml schließen einen B12-Mangel weitgehend aus.

2. Bei Vitamin B12-Werten von 150-300 pg/ml: HoloTC im Serum
(einige Autoren empfehlen 100-400 pg/ml als Graubereich)
10-30% des Vitamin B12 sind an Transcobalamin II gebunden. Nur dieser sogenannte HoloTC-Komplex ist biologisch aktiv. HoloTC-Werte unterhalb von 35 pmol/l sprechen für einen Vitamin B12-Mangel. Die Messung von Holo TC kann aufgrund der besseren Sensitivität und Spezifität eine Vitamin B12-Bestimmung ersetzen.

3. Bei grenzwertigen Befunden ist die Bestimmung von Methylmalonsäure (MMA) und / oder Homocystein (NaF-Blut bei 4-8 °C bis zum Eintreffen des Fahrers lagern) ratsam. Beide Biomarker steigen bei B12-Mangel an. MMA wird aber schon bei geringgradiger Niereninsuffizienz erhöht gemessen. Homocysteinwerte oberhalb 13 µmol/l gelten als Nachweis eines Vitamin B12-Mangels, sofern kein Folsäure- und Vitamin B6-Mangel oder eine chronische Nierenschädigung vorliegen.

4. Antikörperbestimmung
Die Bestimmung der Antikörper sollte bei gesichertem Vitamin B12-Defizit oder bei grenzwertigen Werten mit Blutbildveränderungen erfolgen. Intrinsic-Faktor-Antikörper (IFA) haben einen hohen prädiktiven Wert bzgl. perniziöser Anämie (Sensitivität 70 %). Falsch positive IFA sind äußerst rar.
Antikörper gegen Parietalzellen (PCA) haben eine höhere Sensitivität
(bis 90 %), kommen aber auch bei etwa 20 % der Patienten mit anderen Auto­immunerkrankungen vor.

Der Schilling-Test wird heute nur noch selten durchgeführt.

Stand: März 2010

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