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Die Materialgewinnung für mykologische Untersuchungen verlangt in mancher Hinsicht andere Maßnahmen, als sie in der Bakteriologie üblich sind. Um ein aus- sagekräftiges, eindeutiges Ergebnis der kulturellen Untersuchung und Identifizierung pathogener Pilze zu erreichen, müssen Anflug-keime aller Art sorgfältig vermieden werden. Das erfordert eine Desinfizierung der erkrankten Hautpartie mit geeigneten Mitteln.
Offensichtlich erkrankte und bereits zerstörte Bereiche sind für die mykologische Untersuchung nicht geeignet; lebende Pilzelemente befinden sich am Übergang von krankem zu gesundem Gewebe.
Für Entnahme und Transport des Untersuchungsmaterials sind ausschließlich sterile Instrumente und Gefäße ohne Zusätze zu verwenden.
Es sollte immer reichlich Material entnommen werden. Abstriche mit Wattetupfern von mykoseverdächtigen Hautherden sind für die Untersuchung nicht geeignet.
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Bei Verdacht einer oberflächlichen Hautmykose
wird der Rand des erkrankten Bereiches mit 70% igem Äthanol gründlich gereinigt, Auflagerungen, Krusten und Hautlamellen werden entfernt und verworfen. Wenn nach einigen Minuten der Alkohol verdunstet ist, werden mit einem Skalpell oder einem scharfen Löffel in Richtung auf das gesunde Gewebe 40 bis 50 Hautschüppchen abgekratzt und in einem sterilen Gefäß für den Versand aufbewahrt.
Bei Verdacht einer tiefen Hautmykose mit Haarbefall
werden die Haare -wenn nötig- auf 1 bis 2 cm gekürzt. Der betroffene Bereich wird nach Möglichkeit mit 70% igem Äthanol gereinigt und von oberflächlichen Belägen, groben Schuppen und Krusten befreit. Nachdem der Alkohol verflogen ist, werden mit einer Epilationspinzette ca. 30 Haarstümpfe herausgezogen und in einem sterilen Gefäß für den Versand aufbewahrt.
Bei Verdacht auf Nagelmykose
wird der Nagel mit 70% igem Isopropanol und Mulltupfer gründlich abgerieben. Alle sichtbar erkrankten Teile der Nagelplatte müssen sorgfältig entfernt werden, so daß ein Teil des Nagelbettes freigelegt ist. Zwischen dem verbliebenen Teil der Nagelplatte und dem Nagelbett wird mit dem Skalpell oder einem scharfen Löffel reichlich Hornmaterial entnommen und in einem sterilen Gefäß dem mykologischen Labor eingeschickt.
Für den Versand werden sterile Probengefäße verwendet, die bruchsicher verpackt sein müssen. Material für mykologische Untersuchungen wird trocken -ohne jegliche Zusätze- transportiert.
Nach Prof. Dr. H. Rieth
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