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Erreger:
Gruppe von Einzelstrang RNA-Viren aus der Familie der Flaviviren. Bislang sind 6 verschiedene Genotypen mit zahlreichen Subtypen bekannt.
Verbreitung: Weltweit sind ca. 170 Millionen Menschen (3% der Weltbevölkerung) infiziert. In Deutschland liegt die Prävalenz von HCV-Antikörpern bei ca. 0,4-0,7%. Da 70-80% der Infektionen chronisch verlaufen, wird die Zahl der Virusträger auf 400.000-500.000 geschätzt.
Übertragungsmodus:
fast ausschliesslich parenteral oder vertikal, z.B.
- Bluttransfusion
- Nadelstichverletzung
- intravenöser Drogengebrauch
- Piercing
- sexuelle Übertragung (selten)
- jedoch ca. 40% der HCV-Fälle sind ätiologisch ungeklärt
Inkubationszeit:
5 Wochen bis 3 Monate, im Mittel 7,5 Wochen.
Die Krankheit wird meist erst im chronischen Stadium entdeckt.
75% der Patienten haben keinen Ikterus, wechselnde und nur geringe Transaminasen- bzw. Gamma-GT-Erhöhung.
Labordiagnostik:
Antikörpernachweis (anti-HCV)
wenn reaktiv:
- 2. Bestätigung im Membranbindungstest (Westernblot)
wenn bestätigt oder bei Verdacht auf akute Infektion:
Direkter Virusnachweis (HCV-RNA) mittels PCR
- 1. Quantitativer HCV-RNA-Nachweis (Viruslast, viral load)
Die angewandte Methode (Roche, Ampliprep/Taqman) erfasst sicher die HCV-Genotypen 1-6.
Aufgrund der hohen Sensitivität ist eine Detektion schon ab 1 IU/ml
möglich. Dies entspricht ca. 4 HCV-Genomäquivalenten (Kopien).
- 2. HCV-Genotypisierung vor Therapiebeginn
Klinische Bedeutung der Untersuchungsergebnisse:
- Der spezifitätsgesicherte Anti-HCV-Nachweis beweist das Vorliegen einer aktiven oder früheren Infektion.
- Anti-HCV-AK ohne HCV-RNA zeigen eine inaktive Infektion an; Kontrollen sind erforderlich.
- Ein positiver HCV-RNA-Nachweis deutet auf eine aktive Infektion und Infektiosität hin.
- In Abhängigkeit vom Genotyp unterschiedliches Ansprechen auf Therapie.
- Besonders wichtig:In der frühen Phase der Infektion und bei Immundefizienz ist die Detektion von HCV-RNA ohne den Nachweis von Antikörpern möglich. In solchen Fällen ist eine Verlaufskontrolle erforderlich.
Untersuchungsmaterial:
- HCV-AK: Serum
- HCV-PCR: originalverschlossene große EDTA-Monovette
(mit PCR-Aufkleber versehen)
Hinweis zur Abrechnung:
Für die Labordiagnostik können folgende Ausschlussziffern des EBM zur Budgetausnahme angewandt werden:
- 32006
Erkrankungen oder Verdacht auf Erkrankungen, bei denen eine gesetzliche Meldepflicht besteht, sofern in diesen Krankheitsfällen mikrobiologische, virologische oder infektionsimmunologische Untersuchungen durchgeführt werden, oder Krankheitsfälle mit meldepflichtigem Nachweis eines Krankheitserregers
- 32005
Antivirale Therapie der chronischen Hepatitis B oder C mit Interferon und/oder Nukleosidanaloga
Meldepflicht:
Verdacht, Erkrankung, Tod
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