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LaborInfo 1

Virushepatitiden

Die Virushepatitiden zeigen klinisch gleichartige Krankheitssymptome, werden aber durch verschiedene Viren verursacht. Aufgrund ihrer morphologischen und molekularbiologischen Eigenschaften sowie mit dem Wissen über die Epidemiologie kann zur Zeit eine Einteilung in sechs Virushepatitisformen (A, B, C, D, E und G) erfolgen. Die serologische Diagnostik ist heute für diese Formen möglich.
Die Mitteilung einer Verdachtsdiagnose bzw. der klinischen Fragestellung an das Labor erlaubt eine Auswahl der erforderlichen Hepatitis-Marker und ermöglicht eine Befundinterpretation.

Virushepatitis A, B, C, D, E, G und
sinnvolle diagnostische Marker:

Virus-
Hepatitis

Akute Hepatitis

Chronische Hepatitis

HBs-AG-
Träger

Immunitätslage

Impfkontrolle 4 Wo.
nach Grundimmu-
nisierung

A

Anti-HAV-IgM

Keine

-

Anti-HAV

Anti-HAV

B

HBsAg, HBeAg
Anti-HBc-IgM
HBV-DNA

HBsAg, HBeAg,
Anti-HBc, Anti-
HBe,
HBV-DNA

HBsAg, HBeAg,
Anti-HBe
HBV-DNA

Anti-HBc,
Anti-HBs

Anti-HBs quant. (Titer)

D

Anti-HDV,
wenn HBsAg positiv

Anti-HDV, wenn HBsAg
und Anti-HBc positiv

-

-

-

C

Anti-HCV/HCV-
Blot,
HCV-RNA

Anti-HCV/HCV-Blot,
HCV-RNA und HCV-
Genotypisierung

-

-

-

E

Anti-HEV

Keine

 

Anti-HEV

-

G

HGV-RNA

 HGV-RNA

     

Epidemiologie

 

A

B

D

C

E

G

Inkubation

30 d
(14-40)

6-23 Wochen bis zu 180 Tagen

wie
Hepatitis B

42 d
(17-85)

2 - 9 Wochen

?

Übertragung

fäkal-oral

parenteral

parenteral

parenteral

fäkal-oral

parenteral

Besonderheiten

Hepatitis A

Prophylaxe:

allgemeinhygienische Maßnahmen; aktive, passive Immunisierung, vor aktiver Immunisierung: Screening auf Anti-HAV

Hepatitis B

Prophylaxe:

aktive, passive Immunisierung,
vor aktiver Immunisierung: Screening auf Anti-HBc

 

Risikogruppen:

Medizinisches Personal, Dialysepatienten, Homosexuelle, Drogenabhängige, Neugeborene HBsAg-positiver Mütter

 

Spätfolgen:

in 5 - 10% chronische Hepatitis, Übergang in Leberzirrhose, Leberkarzinom

Hepatitis C

 

kein Impfstoff verfügbar

 

Risikogruppen:

häufig Homosexuelle, Dialysepatienten, Drogenabhängige etc.

 

Spätfolgen:

bis zu 80% Chronifizierung, Übergang in Leberzirrhose, Leberkarzinom

Hepatitis D

Auftreten:

nur in Verbindung mit Hepatitis B-Virus möglich

 

Vorkommen:

weltweit, bes. häufig in Italien

Hepatitis E

Verlauf:

klinische Symptome wie bei der Hepatitis A, selbst-limitierender Verlauf, häufig bei jungen Erwachsenen;
für Schwangere fulminante Verläufe beschrieben (15-20% Letalität)

 

Vorkommen:

Indischer Subkontinent, Zentral- und Südostasien, mittlerer Osten, Nordafrika, Mexiko

Hepatitis G

Risikogruppen:

i. V.-Dorgenabhängigen,.etc.

 

Vorkommen:

häufig gemeinsames Auftreten mit Hepatitis B und C

Hinweis zur Abrechnung: Ausschlussziffer 32006 auf dem Überweisungsschein vermerken.
Das Labor-Budget wird somit nicht belastet.

Stand: Januar 2007

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