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Lab 28 - Ausgabe März 2010

Aktuelles aus dem St. Joseph Krankenhaus, Berlin-Tempelhof

 

Aktuelle Aspekte zur uterinen Blutungsstörung

 

Aus der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Lab28 - Ausgabe März 2010

BWL und Medizin
Hämatologische Diagnostik
Labordiagnostik der Multiplen Sklerose (MS)
Typischer Befund bei MS
Altershypothyreose: Behandlungsindikation und TSH
Cystatin C im Serum - Biomarker d. Niereninsuffizienz
Sauberes Wasser
Polyurie - Differenzierung und Laboruntersuchungen
Kleine Fehler - Große Wirkung: Materialzuordnung
Aktuelle Aspekte zur uterinen Blutungsstörung
Steuertipp I/2010

Zu häufige und verlängerte uterine Blutungen sind ein häufiger Grund für den Frauenarztbesuch, aber auch hausärztliche und internistische Kolleginnen und Kollegen werden mit der Problematik konfrontiert, da die Blutungsstörung zu einer zunehmenden Anämisierung mit den entsprechenden Symptomen wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit führen kann.

Differenzialdiagnostisch müssen von der dysfunktionellen Blutung, insbesondere in der Perimenopause, die organbedingten Blutungen abgegrenzt werden. Wesentliche diagnostische Möglichkeiten ergeben sich neben der Anamnese und üblichen gynäkologischen Untersuchungen, aus der Sonographie und der Hydrosonographie. Dieser folgt häufig eine  diagnostische Hysteroskopie in Kombination mit der Abrasio, um eine maligne Erkrankung auszuschließen.  Ergeben sich Hinweise für eine organische Ursache, so muss  in der Regel eine operative Sanierung erfolgen. Hierzu bietet sich die operative Hysteroskopie an, bei der Polypen oder Myome über eine hochfrequente Elektroschlinge abgetragen werden können.

Dysfunktionelle uterine Blutungen können zunächst im Rahmen einer konservativen Therapie medikamentös behandelt werden, z. B. mit Hormonen. Sollte diese Therapie nicht erfolgreich sein, so bietet sich als Alternative zur Hysterektomie die Endometriumablation (EA) an. Das Prinzip der EA ist es, die Lamina basalis des Endometriums zu entfernen und so einen möglichen Schleimhautaufbau zu verhindern. Im klassischen Verfahren wurde hierzu  hysteroskopisch das Endometrium mittels einer Schlinge zunächst mit monopolarem Strom reseziert und anschließend mit einem Rollerball die übrigen Schleimhautinseln koaguliert. Die Weiterentwicklung der Methode erfolgte über die Bipolartechnik und unterschiedlichen Verfahren durch direkte Stromanwendung oder Wärmeerzeugung, die Destruktion der Lamina basalis zu erreichen.  Die neuste Entwicklung der direkten EA unter der hysteroskopischen Sicht stellt die Plasmavaporisierung (Abb.) dar.


Plasma Vaporisierung des Endometriums

Neben diesen unter Sicht durchgeführten Methoden etablieren sich in den letzten Jahren unterschiedliche so genannte globale Methoden der Endometriumablation. Bei diesen erfolgt die Destruktion der Lamina nicht mehr unter direkter Sicht, sondern in automatisierten Prozeduren. Zur Anwendung kommen Systeme mit Wärmeapplikation oder mit direkter breiter Stromkoagulation. Vorteil der globalen Methode ist die einfachere Anwendung, die Einsparung von Personalkosten (da die Prozeduren deutlich schneller durchführbar sind) und dass in der Regel eine medikamentöse Vorbehandlung zur Reduzierung der Schleinhautdicke nicht notwendig ist. Nachteil sind die erheblich höheren Kosten für die Einmalgeräte. 

Die Erfolgsrate der EA ist sehr erfreulich. So finden sich auch in Langzeitstudien  unter 15 % Therapieversager. Auch wenn in nur  ca. 30 % der Fälle eine Amenorrhoe zu beobachten ist, so ist die Zufriedenheit der Reduzierung der Blutung seitens der Patientinnen hoch.

Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des St. Joseph Krankenhauses in Berlin Tempelhof bietet Ihren Patientinnen die Möglichkeit der individuellen Beratung in Diagnostik und Therapie der Blutungsstörungen an. Vorstellungen der Patientinnen können unter der Nummer: 030 7882 2170 (Fr. Fiehn) erfolgen.

Dr. Michael Abou-Dakn
Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

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