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Bei errechneter glomerulärer Filtrationsrate (eGFR) zwischen 70 und 40 ml/min ist die Bestimmung von Cystatin C eine Kassenleistung.
Cystatin C ist ein Plasmaprotein, das von allen kernhaltigen Zellen in konstanter Rate gebildet wird. Es wird glomerulär filtriert und im Tubulus reabsorbiert und metabolisiert. Die Serumkonzentration ist weitgehend unabhängig von Muskelmasse und Geschlecht. Somit ist Cystatin C ein guter Marker zur Beurteilung der Nierenfunktion. Bei einer GFR von unter 70 ml/min ist der Anstieg von Cystatin C stärker als bei Kreatinin. Ab dem 50. Lebensjahr steigt Cystatin C altersabhängig an und korreliert zum Abfall der GFR. Bei der Interpretation der Cystatin C-Serumwerte ist zu beachten, dass niedrige Werte bei Hypothyreose vorkommen, während Hyperthyreose, Glukokortikoid-Therapie und Rauchen zu höheren Werten führen können. Aus dem Cystatin C-Wert wird die GFR berechnet und im Befundausdruck mitgeteilt. Cystatin C versus MDRD-Formel Die MDRD-Formel hat zwei besondere Nachteile:
Die mit Cystatin C berechnete GFR zeigt gegenüber der kreatininbasierten MDRD-Formel bei folgenden Patientengruppen besondere Vorteile:
Kinder: Kreatinin ist bei Kindern niedrig und die Bestimmung im unteren Messbereich wenig zuverlässig. Deshalb wird bei einem Alter unter 16 Jahren kein MDRD-GFR-Wert mitgeteilt. Ältere Menschen: Bedingt durch physiologische Einschränkung der Nierenfunktion und Abnahme der Muskelmasse korreliert Cystatin C besser mit der Inulinclearance als die MDRD-GFR. Diabetiker: Frühe Stadien der Niereninsuffizienz werden zuverlässiger erkannt als durch die MDRD-Formel. Muskelschwäche, Beinamputierte, Querschnittsgelähmte: Aufgrund geringer Muskelmasse ist die Kreatininbildung gering und eine Niereninsuffizienz wird mit der MDRD-Formel zu spät erkannt. Leberzirrhose: Die Einschränkung der GFR wird durch Kreatinin erst spät erkannt, da der Kreatininmetabolismus in der Leber vermindert abläuft. Zytostatikatherapie: Die Nephrotoxizität von Cisplatin ist dosisabhängig und eine Einschränkung der GFR wird anhand der cystatinbasierten eGFR früher erkannt als anhand der MDRD-GFR. Literatur: |