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Für die Diagnostik von Schilddrüsenerkrankungen und für die Therapiekontrolle bei Schilddrüsenhormonmedikation ist TSH die entscheidende Größe. Im höheren Alter nimmt die Konzentration des TSH und der T3-Spiegel ab, FT4 bleibt nahezu unverändert (die verringerte Synthese wird durch eine verlängerte Halbwertszeit kompensiert). Die Höhe des TSH-Wertes wird durch die regionale Jodversorgung beeinflusst. In Regionen mit guter Jodversorgung und damit höherer Inzidenz von Autoimmunthyreoiditiden liegen die TSH-Werte insgesamt höher. In den letzten Jahren gab es kontroverse Diskussionen, ab welchem TSH-Wert eine Therapieindikation besteht. Aufgrund einer Konsensusempfehlung, die im Rahmen eines Experten-Roundtable-Gespräches 2007 erarbeitet wurde, sollte u. a. bei bestehendem kardiovaskulärem Risiko eine Substitution bereits bei einem TSH-Wert zwischen 4-10 mU/l erfolgen. Neuere Studien deuten jedoch daraufhin, dass im höheren Alter ein solches Morbiditäts- oder sogar Mortalitätsrisiko bei subklinischer Hypothyreose nicht besteht. So fanden Parle et al. in ihrer Studie bei Patienten > 80 Jahre das geringste kardiovaskuläre Mortalitätsrisiko bei einem TSH-Wert > 5 mU/l. Aufgrund der Studienergebnisse von Gusselkow et al. kann sogar von einem erhöhten kardiovaskulärem Risiko bei Behandlung einer leichten Hypothyreose ausgegangen werden. Andere Studien belegen einen fehlenden protektiven Effekt einer SD-Hormonbehandlung bei subklinischer Hypothyreose bei Patienten > 70 Jahre. Ein relativer Mangel an SD-Hormonen scheint bei älteren Menschen > 80 Jahre sogar einen protektiven Effekt auf Symptomatik, Befindlichkeit und kognitive Funktion zu haben. Aufgrund der heutigen Studienlage wird deshalb von einer SD-Hormontherapie der leichten bzw. subklinischen Hypothyreose im Alter > 70 Jahre abgeraten. Erst bei einem TSH-Wert > 10 mU/l wird eine Therapie empfohlen. Bei erforderlicher Substitutionstherapie sollte bei Patienten älter als 70 Jahre ein TSH-Zielwert zwischen 4 und 6 mU/l angestrebt werden. Literatur: Bericht beim 7. Hauptstadt-Symposium „Schilddrüsengespräch 2009“ |