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Lab 28 - Ausgabe März 2009


Aktuelles aus dem St. Joseph-Krankenhaus, Berlin-Tempelhof

 

Neu eröffnet: "Zentrum für Vasculäre Malformationen bei Kindern (ZVM)"

 

in der Kinderchirurgie des St. Joseph-Krankenhauses in Tempelhof mit Prof. Dr. Milton Waner (New York)

Lab28 - Ausgabe März 2009

Mengenspiele
Gynäkomastie: Diagnostik und Therapie
Hohes TSH unter L-Thyroxin-Therapie
Mentzer-Index
ADAMTS13
Kardiale Mortalität
Fibroblast Growth Factor 23
Probleme bei der Datenzuordnung
Steckbrief: Noroviren
Antibiotika-Resistenz-Surveillance
Zentrum für Vasculäre Malformationen bei Kindern
Steuertipp: Wichtige Neuerungen 2009

Am 17. Dezember ist im St. Joseph-Krankenhaus in Berlin-Tempelhof ein neues Zentrum zur Behandlung von Kindern mit verschiedenen Gefäßfehlbildungen eröffnet worden.

Viele Kinder kommen mit angeborenen und wachsenden Blutschwämmchen (Hämangiomen) zur Welt, andere leiden an angeborenen Schwellungen durch Lymphgefäßfehlbildungen (Lymphangiome) an verschiedenen Stellen des Körpers. Hinzu kommen weitere seltenere Gefäßtumore. Besonders belastend sind diese Erkrankungen im Bereich des Gesichtes, des Kopfes oder des Halses, sie sind sichtbar und manchmal sehr entstellend.

Diese Krankheiten werden seit langem ­ auch in der Kinderchirurgie des St. Joseph­Krankenhauses - behandelt. Verschiedene Verfahren kommen zur Anwendung:

  • Verödungsbehandlungen (Sklerosierung durch OK 432, Doxycyclin, Bleomycin, Alkohol)
  • radiologische Embolisierungen (über Katheter werden zuführende Gefäße verschlossen)
  • Lasertherapien
  • operativ-chirurgische Entfernungen
  • medikamentöse Behandlungen mit Betablockern oder Cortison
  • Abwarten und Beobachten

Die Kunst der Behandlung besteht darin, das richtige Verfahren für das betroffene Kind auszuwählen und vor allem in vielen Fällen nicht unnötig Zeit zu verlieren, da z. B. Hämangiome im Gesicht rasant wachsen können in den ersten Lebensmonaten.

Wird der richtige Zeitpunkt verpasst, so läuft auch das beste Team dem Wachstum hinterher und muss versuchen, ein akzeptables Ergebnis für den Patienten zu erreichen.

Der Kinderchirurgie des St. Joseph-Krankenhauses ist es gelungen, den international anerkannten Spezialisten für die operative Behandlung dieser Gefäßfehlbildungen, Herrn Prof. Dr. Milton Waner aus New York, für eine regelmäßige operative Tätigkeit zu gewinnen.

Prof. Waner ist in Südafrika geboren. Er hat dort sein Medizinstudium absolviert und sich zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt ausbilden lassen. Seit 1984 arbeitet er in den USA, dort leitet er seit vielen Jahren eine Spezialklinik am Universitätsklinikum Roosevelt und Beth Israel ("Vascular Birthmarks Institute of New York"), die ausschließlich Kinder und einige Erwachsene mit vasculären Malformationen operativ behandelt.

Prof. Waner hat eine sehr große Erfahrung erworben und ist dadurch in der Lage, auch schwierig zu entfernende Gefäßtumore im Kopf- und Halsbereich erfolgreich zu operieren. Viele Patienten aus Europa und Deutschland sind zu ihm zur Operation nach New York gereist. Dies ist nun nicht mehr nötig, da Prof. Waner mehrfach pro Jahr im St. Joseph-Krankenhaus mit den Kinderchirurgen operiert.

Mit dem neuen Zentrum entsteht ein Netzwerk verschiedener ärztlicher Fachrichtungen mit Kinderchirurgen, HNO­Ärzten, Radiologen und Kinderärzten, die alle ihren Beitrag zur Behandlung leisten. Andere Kliniken in Deutschland und Europa werden miteinbezogen, in Berlin vor allem die Abteilung für Lasermedizin (Leiter Prof. Berlien) in der Elisabeth Klinik (www.elisabeth-klinik-berlin.de).

Die nächste Behandlungsrunde mit Operationen an drei aufeinander folgenden Tagen wird mit einer Patientenvorstellung am 22. Februar 2009 beginnen. Eine Anmeldung kann über die E-Mail-Adresse vascularmalformation@sjk.de erfolgen. Informationen gibt es auf der Homepage www.vascular-malformation.de.

Dr. Lutz Meyer-Junghänel
Leiter des Zentrums für Vasculäre Malformationen bei Kindern (ZVM) und Oberarzt der Kinderchirurgie

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