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Noroviren sind kleine, nicht umhüllte Viren mit einem einzelsträngigen RNA-Genom. Sie sind weltweit verbreitet, aufgrund ihrer Struktur sehr umweltresistent und überstehen Temperaturen bis 60°C. Obwohl Infektionen das ganze Jahr über auftreten, finden Ausbrüche überwiegend in den Wintermonaten statt. Wegen ihres enorm hohen Ansteckungspotenzials werden Noroviren am häufigsten im direkten Kontakt von Mensch zu Mensch durch die Hände, Kontakt mit Stuhl oder Erbrochenem oder durch Aerosole übertragen. Bereits 100 Viruspartikel können eine Gastroenteritis auslösen. Weitere Übertragungsmöglichkeiten ergeben sich indirekt über kontaminierte Lebensmittel, Getränke, Wasser und Oberflächen. Zehn Stunden bis zwei Tage nach der Ansteckung kommt es zu plötzlich einsetzendem, heftigem Erbrechen und Durchfall mit Magen-Darm-Krämpfen. Ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Kreislaufschwäche, Fieber und Kopfschmerzen ist häufig begleitend. Die Beschwerden klingen in der Regel nach 2-3 Tagen ab. Eine Ansteckungsfähigkeit besteht besonders in der akuten Phase der Erkrankung und bis ca. 48 Stunden danach, obwohl die Viren noch länger ausgeschieden werden. Die wichtigste Schutzmaßnahme vor einer Infektion ist das gründliche Händewaschen nach jedem Patientenkontakt mit Seife unter fließendem Wasser, vor jeder Mahlzeit und nach jedem Toilettengang. Eine umfassende Toilettenhygiene ist insbesondere bei akut Erkrankten geboten. Therapeutisch ist wie bei jeder Durchfallerkrankung die ausreichende Flüssigkeitszufuhr erforderlich. Besonders bei alten Patienten und Kleinkindern muss unter Umständen eine Infusionstherapie eingeleitet werden. Eine spezifische Behandlung oder Schutzimpfung ist nicht möglich. Noroviren gehören zur Familie der Caliciviren und sind unterteilt in mehrere Genogruppen und Subtypen. Mehrfacherkrankungen durch Noroviren sind möglich. Im Labor 28 wird zum Nachweis der Noroviren aus Stuhlproben ein real-time PCR-Test angewendet, der die Stämme der Genogruppen I und II erkennt. |