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Kardiale Mortalität bei Patienten mit erhöhtem Neutrophilen/Lymphozyten-Verhältnis
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Atherosklerose ist eine Entzündungserkrankung, die zu arteriellen Verschlüssen in Hirn, Herz und Peripherie führt. Sie ist auf eine endotheliale Dysfunktion zurückzuführen, die zu einem Verlust der antiinflammatorischen, antithrombotischen und vasodilatierenden Funktion führt [1].
Die fehlende antiinflammatorische Wirkung bzw. die Entzündungsaktivität ist für den Progress der Atherosklerose von zentraler Bedeutung und kann mit dem hochsensitiven CRP (hsCRP) erfasst werden, das ein unabhängiger kardiovaskulärer Risikofaktor ist. Ein weiterer Parameter der Entzündungsaktivität ist die Leukozytenzahl. Patienten mit Leukozytose haben in der Tat eine ausgeprägtere koronare Herzerkrankung und schlechtere Prognose [2]. Insbesondere ist die Relation der Granulozyten zu den Lymphozyten von Bedeutung, z. B. Neutrophile 5,3 Giga/ Liter / Lymphozyten 1,27 G/L = Verhältnis 4,17. Ein hohes Neutrophilen/Lymphozyten-Verhältnis kann als Ausdruck eines hohen kardialen Risikos angesehen werden (Abbildung 1-3) [2], [3], [4], [5]. Es ergänzt somit das Profil der Biomarker für Atherosklerose (u. a. LDL-Cholesterin, Lp(a), hsCRP, Troponin, Cystatin C, NT-proBNP, Mikroalbuminurie) [6].

Abbildung 1. Univariates (uv) Risiko (Hazard Ratio) für Tod oder Myokardinfarkt bei Patienten mit pektanginösen Beschwerden. Im Gruppenvergleich der höchsten und niedrigsten Quartile wird das Risiko durch das Neutrophilen/Lymphozyten-Yerhältnis (n/l ratio, Hazard Ratio 2,73) besser als durch die Leukozytenzahl (WBC) oder einzelne Untergruppen ausgedrückt (Hazard Ratio 1,42; 2,06 und 0,41; bei hohen Lymphozytenzahlen ist das Risiko niedriger). Das Neutrophilen/Lymphozyten-Verhältnis liegt im höchsten Quartil über 4,71 und im niedrigsten Quartil unter 1,96 [2].

Abbildung 2. Überleben von Patienten nach Koronarangiographie. Tertil 1, höchstes Neutrophilen/Lymphozyten-Verhältnis (11,2); Tertil 2, mittleres Yerhältnis (3,24); Tertil 3, niedrigstes Verhältnis (1,67) [4].

Abbildung 3. Kardiale Mortalität (log hazard ratio) bei KHK-Patienten in Abhängigkeit von dem Neutrophilen/Leukozyten-Verhältnis (N/L ratio, durchgezogene Linie) mit 95%-Konfidenzintervallen (gestrichelte Linien) [3].
Literatur
- Hanssan GK (2005): Inflammation, atherosclerosis, and coronary artery disease. N Engl J Med 352: 1685.
- Horne BD, Anderson JL, John JM, Weaver A, Bair TL, Jensen KR, Renlund DG, Muhlestein JB (2005): Which white blood cell subtypes predict increased cardiovascular risk? J Am Coll Cardiol 45: 1638.
- Papa A, Emdin M, Passino C, Michelassi C, Battaglia D, Cocci F (200B): Predictive value of elevatad neutrophil-Iymphocyte ratio on cardiac mortality in patients with stable coronary artery disease. Clin Chim Acta 395: 27.
- Duffy BK, Gurm HS, Rajagopal V, Gupta R, Ellis SG, Bhatt DL (2006): Usefulness of an elevatad neutrophil to Iymphocyte ratio in predicting long-term mortality after percutaneous coronary intervention. Am J Cardiol 97: 993.
- Gibsan PH, Croal BL, Cuthbertson BH, Small GR, Ifezulike AI, Gibson G, Jeffrey RR, Buchan KG, EI-8hafei H, Hillis GS (2007): Preoperative neutrophil-Iymphocyte ratio and outcome from coronary artery bypass grafting. Am Heart J 154: 995.
- Zethelius B, Berglund L, Sundstrom J, Ingelsson E, Basu S, Larsson A, Venge P, Arnlov J (2008): Use of multiple biomarkers to improve the prediction of death from cardiovascular causes. N Engl J Med 358: 2107.
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