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Lab 28 - Ausgabe März 2009


 

Fibroblast Growth Factor 23 bei dialysepflichtiger Niereninsuffizienz

 

Der Fibroblast Growth Factor 23 (FGF23) zählt zu einer neuen, uneinheitlichen Klasse von Hormonen, die primär den Phosphathaushalt regeln, die sogenannten Phosphatonine. Synthetisiert im Knochen wird FGF23 ausgeschüttet, wenn Phosphat im Serum ansteigt.

Lab28 - Ausgabe März 2009

Mengenspiele
Gynäkomastie: Diagnostik und Therapie
Hohes TSH unter L-Thyroxin-Therapie
Mentzer-Index
ADAMTS13
Kardiale Mortalität
Fibroblast Growth Factor 23
Probleme bei der Datenzuordnung
Steckbrief: Noroviren
Antibiotika-Resistenz-Surveillance
Zentrum für Vasculäre Malformationen bei Kindern
Steuertipp: Wichtige Neuerungen 2009

Wirkungen

  • Reduktion der Rückresorption von Phosphat aus dem Primärharn zurück ins Blut (phosphaturische Wirkung) durch Hemmung des Phosphattransporters in den proximalen Tubuluszellen der Niere
  • durch Reduktion der Aktivität der 1alpha­Hydroxylase verminderte Synthese von 1,25-Dihydroxy-Vitamin D3 in der Niere.

Zur Entdeckung von FGF23 und anderer Phosphatonine kam es bei der Untersuchung von Patienten mit Phosphatdiabetes bei x-chromosomaler (XLH) und autosomal-dominanter Hypophosphatämie (ADHR) mit Rachitis. Bei diesen seltenen Erkrankungen kommt es wie auch bei der paraneoplastischen Osteomalazie zu einer Erhöhung von FGF23. Daraus resultiert eine Hypophosphatämie, Hyperphosphaturie und gestörte Knochenmineralisation.

Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz haben durch ihre zugrunde liegende Nierenerkrankung erhöhte Phosphatspiegel. Der sekundäre Hyperparathyreoidismus mit Freisetzung von Calcium und Phosphat aus dem Knochen führt zu Osteomalazie und Arteriosklerose. Die erhöhte Konzentration von Phosphat im Serum und der Mangel an 1,25-Dihydroxy­Vitamin D3 sind bei Patienten mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz mit einer erhöhten Mortalität assoziiert.

Gutierrez et al. haben nun in einer Studie untersucht, ob auch FGF23, wegen der erhöhten Phosphatspiegel vermehrt ausgeschüttet, einen eigenen Einflussfaktor auf die Mortalität bei Dialyse-Patienten darstellt. Eingeschlossen wurden 10.400 Patienten, welche eine Dialyse-Therapie aufnahmen, ohne vorherige Behandlung mit Vitamin D. Verglichen wurde aus diesem Kollektiv eine Gruppe von 200 nach einem Jahr verstorbener Patienten mit einer gleich großen Gruppe Überlebender.

Patienten mit initialer Phosphatkonzentration im obersten Quartil (> 5 mg/dl) hatten ein um 20 % erhöhtes Mortalitätsrisiko. Die im EUSA gemessenen Konzentrationen des C-terminalen Epitopes von FGF23 (c-FGF23) lagen in der Studiengruppe deutlich höher als in der Kontrollgruppe. In der multivariaten Analyse wurde gezeigt, dass FGF23 ein unabhängiger Einflussfaktor auf die Mortalität ist.

Sollten weitere Studien dieses Ergebnis bestätigen, könnte durch Messung von c­FGF23 bei Dialyse-Patienten mit noch normalen Phosphatspiegeln therapeutisch eingegriffen werden. Durch frühzeitige Behandlung mit Phosphatbindern könnte eine Senkung der Mortalität erreicht werden.

Literatur

  1. Wagner, C. A.: Phosphatonine - neuartige Phosphathormone, Schweiz Med Forum 2008; 8: 8-10.
  2. Gutierrez, 0. M. et al. (2008): Fibroblast Growth Factor 23 and Mortality among Patients Undergoing Hemodialysis. NEJM 359: 584-92.

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