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Thrombotische Mikroangiopathien stellen eine heterogene Gruppe von vital bedrohlichen Erkrankungen dar, deren gemeinsames Merkmal die mikrovaskuläre Okklusion ist. Ihre wichtigsten Vertreter sind die thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP), die vor allem bei Erwachsenen auftritt, und das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). das häufiger im Kindesalter vorkommt. Klinisch findet sich bei beiden eine Thrombozytopenie und eine hämolytische Anämie. Als Ausdruck einer mechanischen Erythrozytenschädigung infolge teilverschlossener Arteriolen und Kapillaren fallen im Blutausstrich typischerweise zahlreiche Fragmentozyten auf. Zusätzliche klinische Merkmale wie Fieber, neurologische Symptome (vorwiegend bei der TTP) und Niereninsuffizienz (überwiegend beim HUS) können unterschiedlich ausgeprägt sein. 1924 wurde die TTP erstmals durch Moschcowitz an hand einer 16-jährigen Patientin beschrieben, die nach plötzlich einsetzenden petechialen Blutungen, Anämie, Fieber und neurologischer Symptomatik verstarb. Autoptisch fanden sich hyaline Thromben in der Mikrozirkulation. In den 1980er Jahren gelangen entscheidende Fortschritte hinsichtlich der Klärung der Ätiologie und Pathophysiologie. Im Plasma von Patienten mit rezidivierender HP konnten ungewöhnlich große vonWillebrand-Faktor-Multimere nachgewiesen werden, welche die Bildung von Plättchenaggregaten unter hohem Scherstress in der Mikrozirkulation begünstigen. Das Vorhandensein von solchen supranormalen vWF-Multimeren konnte 1996 ursächlich auf das Fehlen einer spezifischen vWF-spaltenden Protease zurückgeführt werden. Diese ist Mitglied einer Familie von Metalloproteasen und wurde ADAMTS13 genannt (Abkürzung von: a disintegrin and metalloprotease with thrombospondin-1-like domains 13).
ADAMTS13 wird hauptsächlich in der Leber gebildet und als aktives Enzym ins Plasma abgegeben. Die Biosynthese des vWF findet hingegen in Endothelzellen und Megakaryozyten statt. Nach erfolgter Sekretion des hochmolekularen vWF ins Plasma wird seine Größe und damit seine biologische Aktivität durch die ADAMTS13 streng reguliert. Bei schwerer ADAMTS13-Defizienz oder bei inhibierenden, gegen die Metalloprotease gerichteten Antikörpern bleibt der physiologische Abbau des vWF aus. Dieser kann vermehrt mit Thrombozyten interagieren und die Bildung von mikrovaskulären Thromben begünstigen. Diagnostik Literatur
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