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Lab 28 - Ausgabe März 2008


 

Morbus Fabry

 

Der Morbus Fabry (syn. Angiokeratoma corporis diffusum) zählt zu den lysosomalen Speichererkrankungen. Diese heterogene Gruppe genetischer Stoffwechselstörungen unterscheidet sich sowohl im Stoffwechseldefekt als auch im klinischen Erscheinungsbild. Als progressiv verlaufende, multisystemische Lipidspeicherkrankheit wird der Morbus Fabry X-chromosomal vererbt und betrifft in unterschiedlicher Ausprägung sowohl Männer als auch Frauen.

Lab28 - Ausgabe März 2008

Auf ein Neues
Subklinische Hypothyreose
Exazerbation einer COPD
Irrfahrt eines Patienten
Gerinnungssprechstunde
Präoperative Gerinnungsdiagnostik
Fibrosierung bei Seniorensportlern
Fruktoseintoleranz und -malabsorbtion
Morbus Fabry
Arbeitskreis Blut Hepatitis-E-Virus
SPATZ - Förderverein der Kinderklinik
Kleine Fehler - große Auswirkung
Der Steuertipp - Neuerungen 2008

Mutationen des α-Galaktosidase-Gens (GLA-Gen) auf dem langen Arm des X-Chromosoms führen zu einem Mangel an α-Galaktosidase A, ein lysosomales Enzym, das am Abbau von zellmembranständigen Glykosphingolipiden beteiligt ist. In Folge kann das Sphingolipid Globotriaosylceramid (Gb3) nicht in Galaktose und Laktosylceramid aufgespalten werden, was zu einer sukzessiven Akkumulation von Gb3 in multiplen Zellen und nachhaltigen Parenchym- und Funktionsschädigungen der betroffenen Organsysteme führt.

Klinik
In der Frühphase werden typischerweise Akroparästhesien (quälende brennende Schmerzen an Händen und Füßen), charakteristische Angiokeratome (violett-erhabene Hauteffloreszenzen, die aus kleinen Gefäßen der oberen Dermis gebildet werden) und Schweißsekretionsstörungen (An- oder Hypohidrose) beschrieben. Im weiteren Krankheitsverlauf können zusätzlich gastrointestinale Beschwerden, Hornhauttrübung (Cornea verticillata), Gehörverlust und Tinnitus auftreten.

Mit fortschreitender Erkrankung werden die Patienten durch renale Komplikationen (Niereninsuffizienz mit progredienter Proteinurie) und kardiovaskuläre Schädigungen (Bluthochdruck, linksventrikuläre Hypertrophie, Angina pectoris, Infarkt) beeinträchtigt. Das Spektrum neurologischer Symptome ist in diesem Stadium breit. Eine erhöhte Inzidenz an Schlaganfällen lässt sich auf die häufig vorliegende Zerebrovaskulopathie zurückführen.

Diagnostik
Neben dem klinischen Erscheinungsbild stützt sich die Diagnose zunächst auf den biochemischen Nachweis einer verminderten Enzymaktivität an α-Galaktosidase A im Serum. Bei männlichen Patienten, bei denen lediglich ein Organsystem betroffen ist, sowie bei heterozygoten Frauen kann die Enzymaktivität trotz eindeutiger Symptome nur gering oder nicht vermindert sein. In diesen Fällen ist zur weiteren Abklärung eine molekulargenetische Analyse (5-20 ml EDTA-Blut) sinnvoll. Da in der Literatur mittlerweile über 400 verschiedene Mutationen beschrieben sind, ist eine Sequenzierung des verantwortlichen Gens erforderlich.

Kausale Therapie
Therapeutisch steht mittlerweile gentechnisch hergestellte α-Galaktosidase A zur Verfügung. Insbesondere bei frühzeitiger Diagnosestellung kann die Enzymersatztherapie Symptome und Lebensqualität verbessern und den langfristigen Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Literatur:
1. Cybulla M, Neumann HPH. Morbus Fabry. Eine interdisziplinäre Herausforderung. Dtsch Med Wochenschr 2007;132:2271-2277
2. Wendel U, Burgard P. Seltene genetische Stoffwechselstörungen. Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 2007 • 50:1556-1563



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