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Ein 38-jähriger Patient ging am 15. Februar 2006 mit einem Furunkel im linken Wangenbereich zu seinem behandelnden Arzt. Das Furunkel wurde eröffnet; er bekam Doxycyclin.
Beginn einer gezielten antibiotischen und hygienischen Sanierungsmaßnahme einschließlich einer Nasensanierung. Seit dieser Zeit keine weiteren Furunkel oder Abszesse. S.aureus ist einer der häufigsten und wichtigsten Erreger von bakteriellen Infektionen. Es gibt eine Reihe von Krankheitsbildern, die durch die Wirkung von S.aureus-Toxinen wesentlich mitbestimmt werden. Ein besonderer Pathogenitätsfaktor von S.aureus ist das Panton-Valentine-Leukozidin (PVL). Das Auftreten rezidivierender Abszesse, Furunkulosen und nekrotisierender Pneumonien bzw. nekrotisierender Fasciitis ist mit dem Vorhandensein dieses Pathogenitätsfaktors assoziiert. S.aureus Stämme mit PVL sind besonders virulent. Sie müssen nicht Oxacillin-resistent sein. Oxacillin-resistente Stämme mit PVL werden demgegenüber als cMRSA („community acquired MRSA“) bezeichnet, da sie unabhängig von Krankenhäusern und den bekannten Risikofaktoren auftreten. Zu PVL-Staphylokokken-Infektionen kommt es in engen Lebensgemeinschaften, z. B. unter Familienmitgliedern, in Sportgruppen, bei Schiffsbesatzungen etc. Eintrittspforten sind oft unscheinbare Hautverletzungen. Bei der akuten nekrotisierenden Pneumonie spielen virale Infekte als Wegbereiter eine wichtige Rolle. Der Nachweis von PVL erfolgt molekulargenetisch. Das Verfahren ist im Labor 28 etabliert. Die Indikation zur Testung auf PVL wird durch das klinische Bild gestellt. Es werden Abstriche vom Infektionsort und zusätzlich ein Nasen-Rachenabstrich entnommen. Die Therapie unterscheidet sich nicht grundsätzlich von der Behandlung einer S.aureus- Infektion. Furunkel und Abszesse werden, soweit nötig, chirurgisch saniert. Bei der Antibiotikatherapie sollten zwei verschiedene Antibiotikasubstanzen mit guter Gewebspenetration kombiniert werden; z. B. Cotrimoxazol/ Rifampicin oder Moxifloxacin/ Fosfomycin bzw. Vancomycin/ Rifampicin etc. Zur Sanierung des Patienten als PVL-Staphylokokkenträger muss zusätzlich Mupirocin-Nasensalbe angewendet werden. Da die Übertragung des Keimes überwiegend durch Schmierinfektionen und Kontakte erfolgt, sind Hygienemaßnahmen unbedingt erforderlich. Gegenstände der Körperpflege dürfen nicht gemeinsam benutzt werden. Wäsche, Bettwäsche, Handtücher usw. müssen bei Temperaturen von mindestens 60°C gewaschen werden. Die Reinigung der Räume sollte feucht erfolgen. Nur in Kombination hygienischer und therapeutischer Maßnahmen kann das Leiden durch andauernde Staphylokokken-Infektionen erfolgreich beendet werden.
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