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Ziel der präoperativen Gerinnungsdiagnostik ist die Erkennung symptomatischer oder asymptomatischer Patienten mit einer Blutungsneigung, um eine Gefährdung in der peri- oder postoperativen Phase rechtzeitig abzuwenden. Dazu haben sich die Bestimmung des Blutbildes einschließlich Thrombozyten sowie des Quick-Wertes und der PTT bewährt (1). Wesentlich ist jedoch eine gründliche, standardisierte Blutungsanamnese (siehe Tabelle 1), die bei Auffälligkeiten zu einer zielgerichteten, erweiterten Gerinnungsdiagnostik führen sollte.
Die erhobene Anamnese wird nach den in Tabelle 2 zusammengefassten Kriterien bewertet. Sofern es sich um sehr kleine Eingriffe handelt, kann bei unauffälliger Blutungsanamnese ggf. auf eine präoperative Labordiagnostik verzichtet werden. Bei mittelgroßen und großen Eingriffen sollte jedoch zur besseren Abschätzung der Interventionsschwellen die präoperative Untersuchung von Quick, PTT, Fibrinogen und Blutbild erfolgen.
Zu bedenken ist, dass auch eine leere Anamnese eine leichtere Blutungsneigung nicht ausschließt, die vielleicht erst bei Trauma oder Operation zum Tragen kommt. Eine optimierte präoperative Gerinnungsdiagnostik schließt bei großen, komplizierten Eingriffen oder bei Patienten mit hohem Risikoprofil (z. B. bei Therapie mit Thrombozytenaggregationshemmern oder einem herz- bzw. neurochirurgischen Eingriff) bzw. bei auffälliger Blutungsanamnese die Überprüfung der Thrombozytenfunktion (mittels PFA 100®-Test bzw. bei Therapie mit Aggregationshemmern mittels Impedanzaggregometrie) ein. Bei auffälligen Konstellationen der oben genannten Laborparameter bzw. einer auffälligen Blutungsanamnese sollte ein hämostaseologisches Konsil mit weiterer gezielter Diagnostik veranlasst werden. Bei entsprechender Problematik steht Ihnen das Labor gerne beratend zur Seite. Literatur: 1) Aktuell: Information für den modernen Laborbetrieb, 01/2007
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