|
Bereits in unserer letzten Laborzeitschrift haben wir einen Artikel des Robert Koch-Institutes referiert, in dem unter anderem auf die Notwendigkeit der Erstellung eines Antibiogramms bei Infektionen durch Neisseria gonorrhoeae hingewiesen wird (1). Untersuchungen zum Resistenzverhalten von N. gonorrhoeae in Deutschland sind in den letzten Jahren nicht mehr durchgeführt worden. Nun sind von Enders et al (2) im Jahr 2006 Ergebnisse einer Studie erschienen, die an einer kleinen Menge von 65 Erreger-Isolaten aus dem Raum Heidelberg/Stuttgart durchgeführt wurden. Obwohl diese Ergebnisse nicht als repräsentativ anzusehen sind, geben sie jedoch Anlass zum Überdenken der derzeitig üblichen Therapieempfehlungen. Darüber hinaus liefern die Ergebnisse weitere Argumente für die unbedingt erforderliche Prüfung der Empfindlichkeit nachgewiesener Gonokokken-Stämme. Dies nicht nur, um die individuelle Therapie zu optimieren, sondern auch um Daten über die Resistenzlage in anderen Regionen Deutschland zu erhalten. Zusammenfassung der Ergebnisse der genannten Studie
Da in früheren Studien eine gute Empfindlichkeit gegen Ciprofloxacin gefunden wurde, ist es weiterhin eines der first-line Medikamente bei GO (3). Anhand der genannten Daten ist jedoch, auch wenn es sich möglicherweise um lokale Besonder-heiten handelt, Vorsicht geboten bei der Therapie mit Ciprofloxacin und Tetracyclin ohne Vorliegen eines Antibiogrammes. Eine zunehmende Chinolon-Resistenz wird auch aus anderen europäischen Ländern berichtet, in Deutschland fehlt es bislang aber an regional übergreifenden Daten. Daten unseres Labors aus den Jahren 2005 und 2006
Somit können auch wir eine relativ hohe Rate Cipofloxacin-resitenter Stämme bestätigen. Folgerungen für die Praxis:
Literatur:
[nach oben] [zurück] [nächster Artikel] |