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Lab 28 - Ausgabe März 2007


 

HPV-Diagnostik erfasst Impflücke

 

Lab28 - Ausgabe März 2007

To Do 2007
HPV-Diagnostik erfasst Impflücke
Entzündliche Muskelerkrankungen
Antiphospholipidsyndrom (APS)
CDT als Biomarker
Listeriose - Übersicht und aktuelle Daten
Resistenz bei Neisseria gonorrhoeae
Rubrik: Leserbrief - Glukosebestimmung
Kleine Fehler - Große Auswirkung
Ältere niereninsuffiziente Patienten
Der Steuertipp: Das Elterngeld ab 2007

Das humane Papillomavirus (HPV) ist das verbreitetste tumorverursachende (onkogene) Virus (Abbildung 1). Es befällt ausschließlich Epithelzellen und führt u. a. zur Inaktivierung der körpereigenen Tumorsuppressions- proteine p53 und R6. Molekularbiologisch werden über 150 Typen unterschieden, die Karzinome im Zervix-, Penis- und Analbereich verursachen können (High risk-Typen; s. Tabelle 1) sowie im Bereich der Mundhöhle oder an weiteren Stellen.(2)

HPV-Infektionen können durch direkten Hautkontakt übertragen werden und sind die häufigste, durch Sex übertragene Krankheit. Eine Übertragung ist auch vertikal während der Geburt möglich oder eventuell durch kontaminierte Oberflächen. Nach einer Inkubationszeit von mehreren Wochen bis Monaten können diese Viren Warzen oder Condylome verursachen, die in 70% der Fälle ausheilen. In 30% persistiert HPV mit variabler klinischer Manifestation.

Arztbetreuung

Abbildung 1. HPV (1)

Die Prävalenz von HPV-Infektionen hängt u. a. vom Alter ab und liegt für HPV-Infektionen des Genitaltrakts bei asymptomatischen, jüngeren Berlinerinnen bei etwa 30%. Bis zum Alter von 50 Jahren steigt die Prävalenz auf 75% (US-Zahlen).(3)

Seit Oktober 2006 ist für Frauen mit Gardasil® ein Impfstoff erhältlich, der vor HPV-6, 11, 16 und 18 schützt. Ein weiterer Impfstoff gegen die Genotypen 16 und 18, der darüber hinaus auch gegen die Typen 45 und 31 schützen soll, wird 2007 zugelassen (Cervarix®). Besonders die Genotypen 16 und 18 sind in 70% der Zervixkarzinome vorhanden. Für die verbleibenden 30% sind andere Typen verantwortlich. Eine Impfung schützt zuverlässig vor einer Infektion.
Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung wird jedoch weiterhin empfohlen.


Tabelle 1. HPV-Diagnostik
  HPV-Typen

Low risk

6, 11, 42, 43, 44

High risk

16, 18, 31, 33, 35,
39, 45, 51, 52, 56,
58, 59, 68

AA = gegen diese Typen ist
eine Impfung möglich


Eine Genotypisierung ist sowohl aus Abstrichen (Abnahmesysteme im Labor 28 anfordern) als auch aus ThinPrep-Materialien möglich.(4) Das Screening auf High- bzw. Low-risk-Viren erfolgt zunächst mittels Gensonden-Hybridisierung (Tabelle 1). Anschließend ist die Typ-spezifische Differenzierung mit einer PCR-Untersuchung möglich (line probe assay, LiPA), so dass bei maximaler Sensitivität der präzise Typ bestimmt werden kann.

Die Bestimmung des HPV-Genotyps dient zusammen mit der Zytologie und der Impfung zur Verbesserung der Vorsorgestrategie.

Referenzen

  1. Colgrove-J (2006) NEJM 355(23):2389–2391
  2. Mertens-T et al. (2004) Diagnostik und Therapie von Viruskrankheiten. Leitlinien der Gesellschaft für Virologie, 2. Auflage. ISBN 3-437-21971-5
  3. Sexually transmitted diseases treatment guidelines (2006) MMWR Recomm Rep 55(RR-11):1-95
  4. van Doorn-LJ et al. (2001) Molecular detection and genotyping of human papillomavirus. Expert Rev. Mol. Diagn. 1(4):394-402



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