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Zur Einschätzung der Schwere eines Leberschadens werden die Leberbiopsie sowie klinische Klassifikationen wie Child-Pugh- und MELD-Score (Model Endstage Liver Disease) herangezogen. Die alleinige laborchemische Bestimmung einzelner Biomarker ist nicht ausreichend, jedoch ist CDT (Carbohydrate-deficient transferrin) der Biomarker mit der derzeit höchsten Spezifität für schweren Alkoholabusus von mehr als 60g Konsum pro Tag. Die Spezifität von 95% (bei Sensitivität 50-75%) übertrifft damit deutlich den Stellenwert von MCV und gamma-GT (Spezifitäten von weniger als 30-40%). Allerdings erhöht die kombinierte Bestimmung aller Parameter die Aussagekraft. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass sich bei schweren Leberschäden (z. B. bei chronischer Hepatitis C, Zirrhose verschiedener Genese, Malignomen) unabhängig von Alkoholkonsum erhöhte CDT-Werte finden. Radosavljevic (1995) fand bei 27% solcher inzwischen strikt Alkohol-abstinenten Patienten erhöhte CDT-Werte. Auch bei Dimartini (2001) konnte bei Abstinenten eine gute Korrelation zwischen schwerer Zirrhose (Child-Pugh Score C) und CDT >2,6% gezeigt werden. Für Patienten vor Lebertransplantation fanden Heinemann et al (1998) bei 59% der Patienten Werte >2,6%. Bestätigt werden diese Ergebnisse auch durch eine Studie von Berlakovic (2004). Hier wurden 44 abstinente Patienten mit alkoholischer Leberzirrhose untersucht, welche auf der Warteliste für Lebertransplantation standen. 80% (n=35) hatten erhöhte CDT-Werte. Nach Lebertransplantation konnte bei fast allen (34 von 35 Patienten) eine Absenkung des CDT in den Referenzbereich <2,6% beobachtet werden. In der Beobachtungszeit nach erfolgter Transplantation, nunmehr ohne bestehende Zirrhose, hat sich CDT in dieser Studie jedoch als ein wertvoller Rückfallmarker gezeigt. Bei nicht-alkoholischer Leberzirrhose wie auch in Fällen der Abstinenz kann erhöhtes CDT somit als Biomarker für die Schwere des Leberschadens gelten. Literatur: [nach oben] [zurück] [nächster Artikel] |