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Aktuelles aus dem St. Joseph-Krankenhaus, Berlin-Tempelhof:
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Minimal- invasive Schilddrüsen- Chirurgie:
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Fortschritt oder Unsinn?
Minimal- invasive Eingriffe sind vor allem sinnvoll im Operationsspektrum, wenn
- das Operationsziel sehr weit von der Körperoberfläche entfernt ist und gleichzeitig mit wenigen Operationsschritten erreicht werden kann, oder aber wenn
- das zu operierende Organ über kleine Hautinzisionen entfernt werden könnte.
Gerade diese Vorraussetzungen sind bei Eingriffen an (Neben-)Schilddrüsen gegeben. Dennoch wurde relativ spät begonnen, minimal- invasiv am Hals zu operieren, beginnend mit Eingriffen beim primären Hyperparathyreoidismus.
Nachdem sich zeigte, dass die Ergebnisse mit denen der klassischen Technik vergleichbar sind und postoperative Schmerzen und Kosmetik günstig beeinflusst werden, lag es nahe auch Schilddrüsen-resektionen minimal- invasiv vorzunehmen.
OP-Technik Dies gelingt über einen verkleinerten transcervikalen Zugang im Jugulum, oder als neueste Entwicklung über einen transaxillären bimamillären Zugang.
Indikation
Minimal- invasive Eingriffe machen Sinn beim primären und sekundären Hyperparathyreoidismus und an der Schilddrüse bei kleinvolumigen Resektaten (Hautinzision cervikal = Resektatdurchmesser + 0,5 cm). Sie sollten nicht vorgenommen werden bei risikoerhöhenden Begleiterkrankungen und nach Vor-operationen/Bestrahlungen im Halsbereich, bei Verdacht auf Malignität, oder bei Rezidiveingriffen.
Ergebnisse
Postoperative Wund- und Nacken/Kopfschmerzen sind signifikant geringer nach minimal- invasiven Eingriffen. Die Rate der Rekurrensparesen wird durch die Änderung der Operations-Technik nicht beeinflusst. Die verbesserte Kosmetik, insbesondere das Fehlen der Hautinzision im Jugulum beim transaxillären Zugang findet hohe Akzeptanz bei den Patienten.
Persönliche Einschätzung
Eigene Ergebnisse bei ca. 150 Eingriffen bestätigen die publizierten Daten. Geeignet ist diese Technik für die Nebenschilddrüsenentfernung und beim Vorliegen umschriebener Schilddrüsenveränderungen, die operativ abgeklärt werden müssen. Die Indikation zur Operation verändert sich durch die neue Technik nicht. Minimal- invasive Eingriffe, insbesondere der transaxilläre Zugang, kann bei 30 - 40 % der Patienten die klassischen Methoden in Zukunft ersetzen und stellt damit bei geeigneter Auswahl einen Fortschritt und keinesfalls Unsinn dar.
Prof. Dr. R. Kunz
Chefarzt Chirurgische Abteilung
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