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Klinische Relevanz subklinischer Schilddrüsenfunktionsstörungen
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Für den Begriff „subklinisch“ gibt es zahlreiche Synonyme bzw. alternative Bezeichnungen wie latent, präklinisch, kompensiert, okult oder asymptomatisch.
Die Definition erfolgt i. R. über die laborchemische Konstellation
- Subklinische Hypothyreose:
TSH erhöht
FT4 im Referenzbereich
- Subklinische Hyperthyreose:
TSH supprimiert
FT3/FT4 im Referenzbereich
Da auch subklinische Funktionsstörungen - bei eingehender Anamnese - durchaus klinische Symptome aufweisen (häufig monosymptomatisch), wird für die Interpretation der Schilddrüsenfunktion ein individueller Normbereich postuliert. Intraindividuelle Referenzbereiche weichen insbesondere im Alter von den interindividuellen Referenzbereichen ab.
Subklinische Hypothyreose
- erhöht die Lipide (insbesondere LDL-Cholesterin)
- schwächt die Pumpfunktion des Herzens
- erhöht den peripheren Gefäßwiderstand
- vermindert die linksventrikuläre Auswurfleistung
- unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung einer koronaren Herzerkrankung
Indikation zur Therapie
obligat
- nach Schilddrüsenoperation oder Radiojodtherapie
- bei TSH > 10 mU/l
- bei TSH > 4 und Nachweis von Schilddrüsenantikörpern
- Gravidität, Zyklusstörung, Infertilität (Therapie schon ab TSH > 3)
(einige Autoren empfehlen eine Therapie bereits bei TSH > 2 -2,5)
probatorisch
- TSH > 4 und Hypercholesterinämie bzw. erhöhtem LDL-Cholesterin
- psychiatrische Erkrankungen (insbesondere depressive Symptome)
- Verdacht auf monosymptomatische Verlaufsform
- ältere Patienten mit Arterioskleroserisikofaktoren
Subklinische Hyperthyreose
- erhöht das Risiko für Vorhofflimmern
- vermehrt die linksventrikuäre und Gesamtmuskelmasse des Herzens
- induziert diastolische kardiale Fuktionsstörung
- erhöht bei Vorhandensein weiterer Risikofaktoren das Mortalitätsrisiko
- beschleunigt den Verlust der Knochenmasse
Indikation zur Therapie
- Schilddrüsenautonomie
- M. Basedow
- Patienten mit Vorhofflimmern oder anderen kardialen Erkrankungen
- Osteoporose
- ältere Patienten bei Symptomen, die durch eine Hyperthyreose verursacht sein können.
Der Entschluss zu einer Therapie ist nach Kontrolle des TSH zum Ausschluss passagerer Veränderungen sowie nach Ausschluss nichtthyreoidaler Ursachen entsprechend der individuellen Relevanz (Alter, Klinik, Risikofaktoren) zu entscheiden.
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