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Unter diesem Motto fanden zwei Symposien des Labors 28 im St. Joseph-Krankenhaus statt, das uns seinen sehr schönen Vortragssaal dankenswerter Weise zur Verfügung stellte. Anlass war die erfolgreiche Kooperation unseres Labors mit dem St. Joseph-Krankenhaus, die seit nunmehr drei Jahren besteht. Nierenfunktion und Harndiagnostik
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Foto: von links nach rechts: Herr Dr. Altenkirch, Frau Dr. Stieber, |
Herr Professor Thomas berichtete über moderne Anämie-Diagnostik. Er wies darauf hin, dass er keinen Ferritin-Wert ohne CRP bestimmt, da Ferritin als Akutphase-Protein ansteigt und deshalb bei Entzündungsreaktionen (CRP > 5) Ferritin falsch normal gemessen werden kann. Die Anämie bei chronischen Erkrankungen (ACD) wird durch inflammatorische Zytokrine getriggert. Je höher CRP desto ausgeprägter ist diese Anämieform. Bei solchen Anämien kann der Eisenbedarf erhöht sein ohne dass bereits ein manifester Eisenmangel vorliegt (funktioneller Eisenmangel). Für diese Fragestellung ist neben Ferritin und CRP die Messung des löslichen Transferrinrezeptors (sTFR) als Marker für den Eisenspeicherbedarf notwendig. Der Quotient aus dem löslichen Rezeptor und dem logFerritin ist der beste chemische Marker für die Diagnostik eines funktionellen Eisenmangels. Als zusätzlicher Marker für den funktionellen Eisenmangel bei erhöhten CRP-Werten steht unseren Einsendern % hypochrome Erythrozyten zur Verfügung, da dieser Wert bei funktionellem Eisenmangel ansteigt und unabhängig vom CRP ist.
Außerdem wurde von einem neueren Anämiemarker berichtet, nämlich dem Hämoglobingehalt der Retikulozyten (CHr), der kurzfristige Veränderungen besser als % hypochrome Erythrozyten anzeigt. Für diesen Parameter existiert jedoch noch keine Abrechnungsmöglichkeit in der GKV. Aus diesen Gründen empfiehlt unser Labor für Patienten mit Frage nach Anämie bei chronischen Erkrankungen oder funktionellem Eisenmangel gleichzeitige Bestimmung von Ferritin, CRP, löslichem Transferrinrezeptor und % hypochrome Erythrozyten.
Frau Dr. Stieber, Leiterin des Tumormarker-Forschungsschwerpunktes am Klinikum Großhadern, stellte eine Fülle neuerer Daten über den Einsatz von Tumormarkern dar. Sie betonte die Bedeutung von pro GRP bei Lungentumor und von freiem PSA bei der Frage nach Prostata-Karzinom. Eindringlich wies sie darauf hin, dass bis auf wenige Ausnahmen, wie das Prostata-Karzinom, ein Screening mit Tumormarkern nicht sinnvoll ist.
Ein besonderes Anliegen sind Frau Dr. Stieber langsam ansteigende Werte von Tumormarkern in der Verlaufskontrolle, auch wenn sich diese Veränderungen innerhalb des Referenzbereiches befinden! Ihre Arbeitsgruppe konnte belegen, dass ein Anstieg von CEA oder 15-3 im Referenzbereich bei Patientinnen mit Mamma-CA ein tumorspezifischer Hinweis sind, wenn dieser Anstieg 100 % übersteigt.
Bei Prostata-CA ist ein jährlicher Anstieg über 1,0 µg/l ebenfalls tumorverdächtig. Beträgt der Anstieg lediglich 0,6 µg/l/anno oder weniger weist dies auf eine benigne Prostatahyperplasie hin.
Präoperativ untersuchte Tumormarker sind auch dann zu beachten, wenn der Referenzwert noch nicht überschritten ist. Fällt nämlich postoperativ die Konzentration eindeutig ab, besteht auch dann der Hinweis auf eine Tumorspezifität des Tumormarkers, wenn dieser präoperativ nicht oberhalb des cutoffs lag. Für eine solche differenzierte Vorgehensweise sind zwei Voraussetzungen notwendig: zum einen müssen im Labor über viele Jahre die Tumormarker mit dem jeweils gleichen Test vom gleichen Testkithersteller verwendet werden. Zum anderen müssen die Tumormarker auf einem Gerät gemessen werden mit sehr hoher Präzision (beide Voraussetzungen sind in unserem Labor erfüllt. Die meisten Tumormarker werden bei uns mit dem Messgerät der Firma Roche E170 gemessen, dass Tumormarker mit einer extrem guten Präzision messen kann).
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Gefragt nach der Bedeutung von M2PK im Stuhl zum Kolon-Ca-Screening erwiderte Frau Dr. Stieber vehement, dass M2PK bekanntlich ein tumorunspezifischer Marker ist, der zu oft falsch positive Ergebnisse im Stuhl zeigt und das bisher untersuchte Kollektiv zu klein sowie zu selektiv ist.
Herr Professor Kunz, Chefarzt der chirurgischen Abteilung des St. Joseph-Krankenhauses, (Foto) veranstaltete am 13./14. Januar 2005 ein internationales Symposium zum Thema Effizienzsteigerung bei kolorektalen Karzinomen. Anlässlich unserer Veranstaltung berichtete er über die Nachsorge bei Patienten mit Kolonkarzinom und wies insbesondere auf die notwendige psychosoziale Betreuung für einige Patienten hin.
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Alle Mitarbeiter des Labors 28 bedanken sich beim St. Joseph-Krankenhaus für die fruchtbare Zusammenarbeit in den letzten Jahren. |
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