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Lab 28 - Ausgabe März 2005

Aktuelle Entwicklungen

 

DRG - Studie zur Bedeutung der Labordiagnostik

 

Der Start der Version 2004 der g-DRG (german Diagnosis Related Groups) zum Januar 2004 hatte die Autoren Hoffmann et al (Clin Lab. 2004;50:599-607) angeregt, eine Studie zur Rolle der Labordiagnostik im Abrechnungssystem nach Fallpauschalen durchzuführen.

Lab28 - Ausgabe März 2005

Service ohne Grenzen?
Labormedizin und Klinik
Fortbildung Knochen und Gelenke
Probenverteilsystem RSD 800A
DRG - Studie zur Labordiagnostik
Monoklonale Gammopathie
Schilddrüsenfunktionsstörungen
Arzneimittelunverträglichkeit
Sterilisatoren in der Praxis
Neue Patienteninformationen
Budgetausschlussziffern
Qualitätsmanagement in der Praxis
Der Steuertipp: Änderungen 2005

Es wurden 2828 Fälle beginnend im Jahr 2001 mit Mehrfachdiagnosen (Komorbiditäten) untersucht, deren Kodierung einen positiven Einfluss auf die Kostenerstattung erbrachte. 62% der Nebendiagnosen wurden ausschließlich oder hauptsächlich aufgrund von Laboruntersuchungen erhoben (z.B. Anämie, Hypokaliämie). Eine Nebendiagnose beeinflusste dabei durchschnittlich 100 DRG (range 2-226). Zur Identifizierung solcher kostenrelevanten Nebendiagnosen wurde ein Computerprogramm namens „watchdog“ als Expertensystem verwendet, welches in der jeweils aktualisierten Version kostenfrei über das Internet erhältlich ist (www.trillium.de).

Der Bundesrat hat am 26.11.2004 dem Ergebnis im Vermittlungsverfahren zum
2. Fallpauschalenänderungsgesetz (2.FPÄndG) zugestimmt und eine landeseinheitliche Preisregelung für gleiche Leistungen von Krankenhäusern zum 1.1.2005 bestätigt.
In der Version 2005 sind 878 DRG entstanden, erhoben durch Auswertung von rund drei Mio. Fällen aus 148 teilnehmenden Krankenhäusern. Der Kostenerlös wird nun teilweise über durchgeführte Prozeduren festgelegt, Nebendiagnosen und Komplikationen bleiben jedoch in der Hälfte der Fälle beteiligt. Schnelle und treffsichere Labordiagnostik besitzt damit weiterhin große Kostenrelevanz, entscheidend hier ebenso die mikrobiologische Diagnostik. Auch kann zur Einschätzung des Schweregrads bei Aufnahme durch rasche Labordiagnostik einem Fehlbelegungsvorwurf vorgebeugt werden.

Die Ergebnisse gewinnen zunehmend an Bedeutung, da verbesserte Abbildung der Fälle durch korrekte Kodierung ab 2005 relevant für den Erlös der Krankenhäuser wird, anders als in der Budget-neutralen Phase der Jahre 2003/2004. Ziel des marktwirtschaftlichen Leistungswettbewerbs ist die Effizienzsteigerung und Kostenreduktion im Krankenhausbereich.

In der sogenannten Konvergenzphase werden die Krankenhausbudgets in einem jetzt um zwei Jahre verlängerten Zeitraum bis Ende 2009 an die landesweiten Basisfallpreise herangeführt. Der Anpassungsprozess erfolgt in 5 Stufen (Budgetanpassung von 15% in 2005, jeweils 20% in den Jahren 2005, 2007 und 2008 sowie 25% in 2009). Angewendet wird die Differenz zwischen bisher vom Krankenhaus individuell verhandeltem und neuem, landesweit geltendem Budget. Hierbei wurden allerdings Obergrenzen der Budgetminderung bezogen auf das Gesamtbudget eingeführt. Für 2005 werden die landesweiten Basisfallwerte vorläufig durch das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung vorgegeben, Krankenkassen und Krankenhäuser können diese jederzeit durch landeseigene Werte ersetzen. Weiterhin wurden u.a. Regelungen für Erbringung von Leistungen mit hohen Sachkosten sowie hochspezialisierten Leistungen durch Zusatzentgelte eingeführt. Die Entfristung der sog. Öffnungsklausel ermöglicht die vereinfachte Abrechnung für noch nicht über die Fallpauschalen abzubildende neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden. Ferner wurde eine Regelung zur Ausbildungsfinanzierung getroffen. Im Bereich der Notfallversorgung erhalten Häuser ohne diese Ausstattung einen Abschlag von 50 € je Fall.

Das im Jahr 2000 in Deutschland eingeführte DRG-System nach australischem Vorbild hat somit im gesamten Prozess eine deutliche Anpassung an hiesige Gegebenheiten erfahren.



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