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Lab 28 - Ausgabe März 2004


 

Die Vollblut- und Plasmaviskosität

 

Obwohl die Messung der Plasmaviskosität mit dem Kapillarschlauchviskosimeter einfach möglich ist und das mit dieser Methode analysierte Ergebnis eine hohe Aussagekraft besitzt, die durch den „klinischen Blick“ in keiner Weise ersetzt werden kann, wird diese Methode zum Nachteil der Patienten viel zu selten angewendet. Ziel dieser Darstellung ist es, die außerordentliche Bedeutung dieser Methode mit den damit verbundenen Konsequenzen darzustellen.

Lab28 - Ausgabe März 2004

Kräfte sammeln
Veranstaltungskalender
Homocystein, Folsäure und B-Vitamine
Cystatin C
Bestimmung von IgG-Antikörpern
Thrombophiliediagnostik in der Schwangerschaft
Labortipp: Arthralgien/Arthritis
Labordiagnostik der Endplatten-Erkrankungen
Vollblut und Plasmaviskosität
Gesundheitsämter überprüfen Sterilisatoren
Aktuelles zur Syphilis
Steuertipp: Änderungen zum Jahreswechsel

Vollblut- und Plasmaviskosität hängen direkt von der Zusammensetzung des Blutes ab. Eine Dehydrierung durch eine Trinkschwäche, vermehrtes Schwitzen, Flüssigkeitsverlust aus dem Magen-Darm-Trakt und ein Wasserverlust über die Niere bei forcierter Diurese, z. B. durch hohe Dosen von Diuretika, lässt Blut- und Plasma eindicken. Eine solche Situation kann Auslöser von akuten Durchblutungsstörungen bis hin zum thrombotischen Verschluss sein. Eine Hyperviskosität durch Dehydrierung kann nur durch Messung der Plasmaviskosität erkannt werden. Besonders gefährdet sind alte Personen mit Trinkschwäche, bettlägerige Tumorpatienten und Leistungssportler mit extremem Flüssigkeitsverlust.

Viele chronische Erkrankungen gehen mit einer erhöhten Viskosität einher, z. B. die arteriellen Verschlussleiden, wie die zerebrale Durchblutungsstörung, insbesondere die zerebrale Mikroangiopathie, die koronare Herzkrankheit und die periphere arterielle Verschlusskrankheit. Verhaltensfehler wie Nikotinabusus, falsche hochkalorische Ernährung, übermässiger Alkoholkonsum und Bewegungsarmut lassen die Viskosität steigen. Eine Änderung dieser falschen Verhaltensweisen kann die Plasmaviskosität wieder normalisieren. Die Viskosität ist als selbständiger Risikofaktor für Thrombosen beschrieben.

Zudem weisen schlecht eingestellte Hypertoniker und Diabetiker hohe Plasmaviskositäten auf. Beide Erkrankungen gehen häufig mit Mikroangiopathien einher. Prinzipiell haben Patienten mit klinisch relevanten Mikroangiopathien meist auch hohe Plasmaviskosiäten.

Kann die Plasmaviskosität therapeutisch normalisiert werden, ist die Mikroangiopathie meist geheilt. Zahlreiche Medikamente (Atorvastatin, Methyltestosteron, Clopidrogrel, Pentoxiphyllin, Cilostazol, Gabexat, Mesilat, Nafamostat, Carvedilol, Atenolol, Molsidomin), insbesondere auch die Hämodilution mit Hydroxyäthylstärke, beeinflussen die Plasmaviskosität, auch die Ozonbehandlung des Blutes senkt die Plasmaviskosität. Bei Patienten mit einem Hyperviskositätssyndrom, z. B. Plasmozytom, senile Makuladegeneration, dient die Plasmaviskosität als Trigger zur Durchführung von Apheresen.

Zusammenfassung
Es gibt viele Erkrankungen, die mit einer Erhöhung der Plasmaviskosität einhergehen. Sie können nur optimal therapiert werden, wenn die erhöhte Plasmaviskosität nachgewiesen wird. Verlaufskontrollen geben darüber Auskunft, ob das mit der Erhöhung verbundene Risiko therapeutisch reduziert werden kann.

Präanalytik Vollblutviskosität:
Bis 6 Stunden nach Blutabnahme

Plasmaviskosität:
3 Tage im Kühlschrank

Anforderung:
Bitte nur nach telefonischer Absprache



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