Service für Einsender

Hilfe
Ergebnisse pro Seite: 
DAR Labor28 - Gesundheit ist messbar
MVZ Labor 28 AG MVZ Labor 28 AG MVZ Labor 28 AG MVZ Labor 28 AG MVZ Labor 28 AG MVZ Labor 28 AG Laborgemeinschaft Laborgemeinschaft
MVZ Labor 28 AGMVZ Labor 28 AGMVZ Labor 28 AGMVZ Labor 28 AGMVZ Labor 28 AGLaborgemeinschaftLaborgemeinschaftLaborgemeinschaft Berlin

[Lab28: Aktuell]

[Lab28: Archiv]

[Alle Artikel]

Lab 28 - Ausgabe März 2004


 

Thrombophiliediagnostik in der Schwangerschaft

 

Im Verlauf von Schwangerschaft und Wochenbett auftretende Veränderungen verschiedener Hämostasekomponenten bedingen ein ca. drei- bis fünffach erhöhtes Thromboserisiko (1).

Lab28 - Ausgabe März 2004

Kräfte sammeln
Veranstaltungskalender
Homocystein, Folsäure und B-Vitamine
Cystatin C
Bestimmung von IgG-Antikörpern
Thrombophiliediagnostik in der Schwangerschaft
Labortipp: Arthralgien/Arthritis
Labordiagnostik der Endplatten-Erkrankungen
Vollblut und Plasmaviskosität
Gesundheitsämter überprüfen Sterilisatoren
Aktuelles zur Syphilis
Steuertipp: Änderungen zum Jahreswechsel

Ursächlich sind neben der Erhöhung einiger Gerinnungsfaktoren (z. B. Faktor VIII mit v.Willebrand-Faktor, Faktoren IX und X) und der Fibrinolyseinhibitoren PAI-1 bzw. PAI-2 eine Verminderung von Gerinnungsinhibitoren wie Protein S, Antithrombin III und C1-Inaktivator. Eine begleitende passagere funktionelle APC-Resistenz und gesteigerte Aktivierungsbereitschaft der Thrombozyten ist möglich.

Die schwangerschaftsbedingten hämostaseologischen Veränderungen bilden sich bei unkompliziertem Verlauf innerhalb von 2 - 6 Wochen nach Entbindung zurück. Die postpartal rasch zunehmende fibrinolytische Aktivität im Plasma ist auf das Verschwinden des Plasminogen-Aktivators vom Plazentatyp (PAI 2) zurückzuführen.
Bei stillenden Müttern bleiben geringer ausgeprägte Hämostaseveränderungen bis kurz nach dem Abstillen nachweisbar.

Bei individueller oder familienanamnestischer thrombophiler Disposition ist aufgrund des schwangerschaftsbedingten zusätzlichen Thromboserisikos ein Thrombophiliescreening (Cardiolipinantikörper, Lupus Antikoagulans, APCR, Faktor II- und ggf. Faktor V-Mutation, Protein C und S, Antithrombin III, PAI, Homocystein, Faktor VIII) vor oder am Beginn der Gravidität zu empfehlen.

Während molekulargenetische Untersuchungen (Faktor II- und Faktor V-Leiden-Mutation) durch die Schwangerschaft nicht beeinflußt werden, zeigen funktionelle hämostaseologische Untersuchungen deutliche Veränderungen. Die Protein S-Bestimmung läßt z. B. im 2. und 3. Trimenon nicht mehr zwischen einem graviditätsbedingtem und einem hereditären Protein S-Mangel unterscheiden.
Der schwangerschaftsinduzierte Protein C-Anstieg könnte einen leichteren angeborenen Protein C-Mangel larvieren.
Weiterhin kann die schwangerschaftsinduzierte Akute-Phase-Reaktion hereditäre Erhöhungen von PAI vortäuschen aber auch einen angeborenen Faktorenmangel (z.B. Faktor VIII, von Willebrand-Faktor) maskieren.

Literatur:
1) Hiller, Riess: Hämorrhagische Diathese und Thrombose; Wissenschaftliche
Verlagsgesellschaft mbH 2002, 3. Auflage



[nach oben] [zurück] [nächster Artikel]