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Steckbrief Pneumokokken: Erreger - Erkrankungen - Impfung
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Pneumokokken, grampositive Diplokokken, sind weltweit verbreitet. Identifiziert sind 90 Serotypen, nur etwa 20 sind für Erkrankungen verantwortlich; davon verursachen 7 Serotypen invasive Erkrankungen beim Menschen.
Zwei Drittel aller Vorschulkinder und etwa ein Drittel der Schüler und jungen Erwachsenen sind asymptomatische Träger von Pneumokokken; andererseits werden von den weltweiten Todesfällen an Pneumonien bei Kleinkindern die meisten durch Pneumokokken verursacht.
Das Kapselantigen der Pneumokokken ist ein bedeutender Virulenzfaktor. Er führt dazu, dass es nach der Kolonisation des Nasen-Rachenraumes zu einer invasiven Erkrankung kommt; besonders bei geschwächter Immunitätslage. Die Inkubationszeit ist nicht bestimmbar.
Krankheitsbilder der Pneumokokken-Infektion sind die:
- Pneumokokken-Pneumonie mit Komplikationen Lungenabszeß, Endo-Perikarditis, Sepsis, Letalität 20 %
- Pneumokokken-Meningitis, Säuglinge und Kleinkinder; alte und immunschwache Personen sind besonders gefährdet. 70% aller Meningitis-Todesfälle sind durch Pneumokokken verursacht
- Otitis media, besonders bei Kindern bis zum 5. Lebensjahr
- Weitere Erkrankungen wie Sinusitis, Arthritis, Konjunktivitis mit ulcus serpens, Adnexitis, Peritonitis und das Postsplenektomie-Syndrom
Die Diagnostik einer Pneumokokken-Infektion erfolgt durch eine kulturelle Anzucht. Bei der antibiotischen Behandlung ist Penicillin zunächst das Mittel der Wahl. Da inzwischen penicillinresistente Fälle auftreten, sollte die Resistenz mittels minimaler Hemmkonzentration bestimmt werden. Intermediär resistente Stämme können mit sehr hohen Dosen Penicillin G i.v. therapiert werden. Behandlungsalternativen sind Ceftriaxon, Cefotaxim, Imipenem. Eine Behandlung von mit Pneumokokken kolonisierten Personen sollte nicht erfolgen.
Eine Prophylaxe der Pneumokokken-Infektion ist die Impfung:
- Konjugatvakzine
enthält sieben Serotypen, die besonders bei Kindern Krankheiten erzeugen und außerdem penicillin- und makrolid-resistente Stämme. Nach dreimaliger Impfung zeigen bis zu 100 % der Impflinge einen Impferfolg. Das Auftreten von resistenten Pneumokokken wird durch diese Impfung signifikant reduziert. Nach den STIKO-Empfehlungen sollten Säuglinge und Kleinkinder bis zu 24 Monaten nach festgelegtem Schema geimpft werden.
- Polysaccharid-Impfstoff
enthält 23 Pneumokokkenstämme, die für 90 % der systemischen Infektionen verantwortlich sind. Mit diesem Impfstoff sollten ältere Kinder, Erwachsene und Personen > 60 Jahre nach dem von der STIKO angegebenen Indikations- und Impfschema geimpft werden.
Der Impferfolg hängt von der Immunitätslage des Impflings ab; der Impfschutz hält 5 bis 8 Jahre an. Eine Boosterimpfung sollte alle 6 Jahre erfolgen.
Eine Diagnostik der Pneumokokken-Infektion über Antikörperbestimmungen ist nicht möglich. Antikörperbestimmungen sind nur nach Pneumokokken-Impfung indiziert. Nach der Impfung mit Polysaccharid-Impfstoff kann der Impferfolg jedoch nur in 70 bis 80 % durch positiven Antikörpernachweis belegt werden.
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