|
Nicht plausibel niedrige Anforderungsfrequenz von Homocystein und Lipoprotein (a) bei den Einsendern des Labor 28. Wie wir mehrfach berichteten, haben Patienten mit Homocysteinämie häufiger arterielle und venöse Gefäßverschlüsse. Hohe Homocysteinwerte sind bei bis zu 30% der Patienten mit koronarer Herzkrankheit, bis zu 40% bei zerebrovaskulären Erkrankungen und bei bis zu 21% der Patienten mit venöser Thrombose nachweisbar. Erhöhte Homocystein-Plasma-Spiegel kommen z.B. bei Vitamin-B12 - oder Folsäuremangel vor. Epidemiologische Studien weisen mehrheitlich darauf hin, dass erhöhte Lipoprotein(a)-Werte als unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit zu werten sind und bei der Atheroskleroseentstehung der extrakraniellen Hirngefäße maßgeblich beteiligt sind. Ein aggravierender Einfluss auf das koronare Risiko ist bei einer begleitenden Hypercholsterinämie auch mit nur geringen LDL-Erhöhungen festzustellen! In der medikamentösen Therapie lässt sich Lp(a) lediglich mit Nikotinsäurederivate senken. Jedoch sind die unerwünschten Nebenwirkungen oft gravierend. Mangels medikamentöser Ansätze wird als Alternative eine konsequente LDL-Cholesterinabsenkung, wenn möglich unter 100 mg/dl empfohlen. Setzt man die Anzahl der Gesamtcholesterinbestimmungen gleich 100%, dann beträgt der der prozentuale Anteil der Untersuchungsaufträge im Labor 28 bei LDL-Cholesterin 55%; bei Homocystein lediglich 0,4% und Lipoprotein(a) nur 0,4% !
[nach oben] [zurück] [nächster Artikel] |