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Lab 28 - Ausgabe März 2001


 

Der plötzliche Herztod beim Sport

 

Der sportbezogene, plötzliche kardiovaskuläre Tod wird von Futtermann und Myerburg (1998) als ein fataler Zwischenfall definiert, der sich während einer Stunde nach Sportausübung zuträgt. Nach einer Definition der American Heart Association aus dem Jahre 1969 wird dieser Zeitpunkt vom Beginn der Symptomatik bis zum Todeszeitpunkt auf 24 Stunden ausgedehnt.
Spektakuläre Todesfälle bei Marathonläufen in Hamburg, München, New York und Berlin sowie Zwischenfälle beim Tennis oder beim Jogger „um die Ecke“ werfen die Frage auf, ob es sich nur um Einzelfälle handelt und wie solche Ereignisse verhindert werden können.

Lab28 - Ausgabe März 2001

Geordnete Verhältnisse
Beirat der Laborgemeinschaft
Zertifizierung von Fortbildungsveranstaltungen
Harry Potter zaubert sich ins Labor 28!
"Klimakterium virile"? - Wechseljahre beim Mann
Der plötzliche Herztod beim Sport
Homocystein, Lipoprotein (a)
Nachweis von Herpes-simplex-Virus
Neues Infektionsschutzgesetz
Arbeitsmedizinische Vorsorge bei Praxispersonal
Neue Steuerpauschalen für Fahrtkosten

Vor allem ist heute bekannt, dass bei kardialer Vorschädigung der Tod unter körperlicher Belastung, vor allem bei Ungeübten, wesentlich häufiger ist als in Körperruhe.
Der Patient mit einer Vorschädigung seines Herzens stirbt beim Sport nicht zufällig.
Parzeller und Mitarbeiter (1999) untersuchten das Risiko des plötzlichen Todes im Sport von Vereinssportlern der Bundesländer Berlin und Brandenburg in einem 5-Jahreszeitraum (1992 bis 1997). Im untersuchten Zeitraum ereigneten sich 60 Todesfälle: Fußball (n = 25), Luftsport (n = 7), Handball (n = 5), Laufen (n = 4), Kegeln (n = 3) etc. 95 % der Todesfälle (n = 57) betrafen Männer,
5 % Frauen (n = 3).

Die pathologisch-anatomischen Diagnosen der kardiovaskulären Todesfälle waren Myokardinfarkt/KHK, dilatative Kardiomyopathie, hypertensiver Herzschaden und Myokarditis. Zwei Athleten verstarben an einer Lungenembolie nach vorausgegangenem Trauma.
Wenn auch immer ein Restrisiko beim Sport für die oben beschriebenen Ereignisse bleibt, soll dieses Risiko so klein wie möglich gehalten werden.
Dazu gehört insbesondere bei Männern ab dem 40. Lebensjahr neben dem Belastungs-EKG besonders auf Risikofaktoren zu achten, wie z. B. Fettstoffwechselstörungen (Cholesterin, Triglyceride, Lipoprotein (a) ), Störungen des Hämostasesystems (erhöhte Gerinnungsfaktoren (z. B. Fibrinogen) sowie eingeschränkte Fibrinolyse (PAI-1-Erhöhungen), Thrombozytenaktivierungen, Homocystein etc., um ggf. therapeutische Maßnahmen einzuleiten.

Maron et. al. (JAMA 1996) untersuchten retrospektiv den kardiovaskulären Tod bei 130 jungen Athleten, bei denen vorher eine medizinische Standarduntersuchung für die Teilnahme am Sport durchgeführt wurde. Dabei wurden nur bei einem geringen Anteil Auffälligkeiten gefunden. Maron demonstrierte, dass wir wenig bzw. nichts über den pathophysiologischen Mechanismus wissen, der den plötzlichen Herztod auslöst. Mitunter sind auch gesunde junge Menschen betroffen.
Neuere Untersuchungen zeigen, dass erbliche Faktoren bei diesen Todesfällen beteiligt waren. Gendefekte bzw. Mutationen scheinen den elektrischen Zustand des Herzens ungünstig zu beeinflussen. Oft treten die erblichen Störungen erst bei einem Mangel an Kalium zu Tage. Solche Mangelzustände können bei Ausdauersport durch unausgewogene Diät oder schwere Durchfälle vorkommen und sollten besonders beachtet werden.



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