|
Triple-Test bleibt aktuell- Untersuchungen im I. Trimenon haben weder in Deutschland noch in den USA einen Konsens gefunden! Seit längerem wird versucht, biochemische und sonografische Marker für die Erkennung von Chromosomenstörungen schon im ersten Trimenon zu etablieren. Bisher kommen als biochemische Marker PAAP-A (Pregnancy associated plasma protein-A) und HCG bzw. freies-HCG in der 8.-12. Schwangerschaftswoche in Frage. Die Verwendung dieser beiden Parameter ist aber deutlich geringer einzustufen als der etablierte Triple-Test in der 15./16. Schwangerschaftswoche (4. Konsensustagung) . Die Kombination aus PAPP-A (im 1.Trimenon) und HCG sowie AFP (im 2. Trimenon) unter Einbeziehung des Ultraschallergebnisses der sog. Nackentransparenz (NT, sog. nucheal translucency) soll zu einer höheren Entdeckungsrate führen als die alleinige Serumuntersuchung im 2. Trimenon (Triple-Test). Da die Validation dieser Untersuchungen in England erfolgte, müssen entsprechende Studien in Deutschland abgewartet werden. Zusätzlich sind einheitliche Standards für ein normiertes Messen der NT und entsprechende Fortbildungen der Frauenärzte notwendig, soweit ein ausreichend sicher reproduzierbares Messen im 1/10 Millimeterbereich aufgrund der Kindsbewegungen überhaupt möglich sein wird. Bei der alleinigen Messung der Nackentransparenz, wie sie Nicolaides (London) propagiert, werden nur in seinen Veröffentlichungen ausreichend hohe Detektionsraten von bis zu 90% gefunden. Andere Autoren finden aber bei der Verwendung der Nackentransparenz deutlich schlechtere Detectionsraten; z.T. werden nicht einmal 30% der Fälle erkannt! Anzumerken ist, dass in Deutschland sonografische Kontrollen in der 10.-13. SSW zur Mutterschaftsvorsorge gehören und hierbei Fälle mit auffälligem Nackenödem ohnehin erkannt werden. Aktueller Hinweis: Nach neuesten Ergebnissen scheint die Bestimmung von glykiertem HCG im Urin ein besonders sensitiver und spezifischer Marker für Chromosomenanomalien zu sein. Noch sind keine kommerziellen Tests verfügbar, und weitere Studien müssen abgewartet werden. Literatur:
[nach oben] [zurück] [nächster Artikel] |