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Lab 28 - Ausgabe Juli 2009


 

Labordiagnostik bei Verdacht auf Bienen- und Wespengiftallergie

 

Lokal gesteigerte Reaktionen auf Insektenstiche sind relativ häufig, beinahe ein Fünftel der Bevölkerung ist davon betroffen. Bei 0,8 bis 5 % treten jedoch auch systemische Überempfindlichkeitsreaktionen auf Insektenstiche auf. Ganz überwiegend sind diese Reaktionen IgE-vermittelt mit Symptomen einer Allergie vom Soforttyp. Anaphylaktische Reaktionen sind potenziell lebensbedrohlich, sodass eine Diagnostik sowie ggf. weitere Maßnahmen zum Schutz vor weiteren Ereignissen durchgeführt werden sollten.

Lab28 - Ausgabe Juli 2009

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In Deutschland werden systemische Reaktionen vor allem durch die Honigbiene oder bestimmte Faltenwespen hervorgerufen. Seltener sind andere Hymenopteren-Arten wie Hummeln, Hornissen o. a. die Ursache.

Neben der ausführlichen Erhebung der Anamnese, Karenz des Allergens und Pharmakotherapie sollten möglichst rasch nach dem Ereignis In-vitro-Tests erfolgen.

  • Tryptase i. S.
    Die Bestimmung der Tryptase im Serum, ein von Mastzellen freigesetzter Mediator, unmittelbar nach dem Stich sowie ca. 24-48 Stunden später dokumentiert den Abfall der durch die allergische Reaktion erhöhten Konzentration auf Basalwerte.
  • Gesamt-IgE i. S.
    Die Konzentration von Gesamt-IgE kann jedoch direkt nach der Stichreaktion abfallen.
  • Spezfische IgE-Antikörper gegen Biene / Wespe
    Ein Anstieg Allergen-spezifischer IgE-Antikörper gegen das auslösende Insekt durch Boosterung kann in einer Kontrolluntersuchung nach ca. 4 Wochen bei der Identifikation hilfreich sein.
  • Basophilen-Aktivierungstest (BAT) i. EDTA-Blut
    Vier Wochen nach Insektenstich ist ein zellulärer Basophilen-Aktivierungstest mit Messung des Aktivierungsmarkers CD63 im EDTA-Blut ergänzend möglich.
    Dieser Test ist insbesondere dann indiziert, wenn die Teste für IgE-Antikörper gegen Biene/Wespe negativ sind oder beide positiv ausfallen (zur Klärung einer eventuell vorliegenden Kreuzreaktivität).

Die sofort bei Auftreten der Symptomatik einsetzende Diagnostik ist eine wertvolle Grundlage zusammen mit den Ergebnissen der Hauttestung zur Entscheidung für eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) als kausale Behandlung, unter Berücksichtigung und Abwägung möglicher Kontraindikationen.

Es hat sich gezeigt, dass Patienten, welche besonders schwere anaphylaktische Reaktionen auf Insektenstiche zeigen, gehäuft dauerhaft erhöhte Serum-Tryptase-Konzentrationen aufweisen. Bei der Mehrzahl dieser Patienten besteht eine Mastozytose, welche auch ohne typische Hautmanifestationen vorkommen kann.

Als seltene Erkrankung der hämatopoetischen Stammzelle bedarf sie weiterer spezifischer Diagnostik. Die Mastozytose und/oder eine dauerhafte Erhöhung der Serum-Tryptase-Konzentration gelten als Risikofaktoren für schwere allergische Reaktionen auf Insektenstiche. Die hier besonders wichtige spezifische Immuntherapie bedarf einer Modifikation mit höherer Dosis, längerer Dauer und besonderen Therapiekontrollen.

Literatur:

  1. Przybilla B et al.: Insektengiftallergie. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAI). Allergo Journal (2004) 13: 186-190. (auch unter http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/061-020.htm )

  2. Przybilla B et al.: Erhöhte basale Serumtryptasekonzentration oder Mastozytose als Risikofaktor der Hymenopterengiftallergie. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI). Allergo Journal (2004) 13: 440-442. (auch unter http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/061-018.htm )
  3. Horny, H-P et al.: Die Mastozytose: Eine Erkrankung der hämatopoetischen Stammzelle Dtsch Arztebl 2008; 105(40): 686-92.

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