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Lokal gesteigerte Reaktionen auf Insektenstiche sind relativ häufig, beinahe ein Fünftel der Bevölkerung ist davon betroffen. Bei 0,8 bis 5 % treten jedoch auch systemische Überempfindlichkeitsreaktionen auf Insektenstiche auf. Ganz überwiegend sind diese Reaktionen IgE-vermittelt mit Symptomen einer Allergie vom Soforttyp. Anaphylaktische Reaktionen sind potenziell lebensbedrohlich, sodass eine Diagnostik sowie ggf. weitere Maßnahmen zum Schutz vor weiteren Ereignissen durchgeführt werden sollten. In Deutschland werden systemische Reaktionen vor allem durch die Honigbiene oder bestimmte Faltenwespen hervorgerufen. Seltener sind andere Hymenopteren-Arten wie Hummeln, Hornissen o. a. die Ursache. Neben der ausführlichen Erhebung der Anamnese, Karenz des Allergens und Pharmakotherapie sollten möglichst rasch nach dem Ereignis In-vitro-Tests erfolgen.
Die sofort bei Auftreten der Symptomatik einsetzende Diagnostik ist eine wertvolle Grundlage zusammen mit den Ergebnissen der Hauttestung zur Entscheidung für eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) als kausale Behandlung, unter Berücksichtigung und Abwägung möglicher Kontraindikationen. Es hat sich gezeigt, dass Patienten, welche besonders schwere anaphylaktische Reaktionen auf Insektenstiche zeigen, gehäuft dauerhaft erhöhte Serum-Tryptase-Konzentrationen aufweisen. Bei der Mehrzahl dieser Patienten besteht eine Mastozytose, welche auch ohne typische Hautmanifestationen vorkommen kann. Als seltene Erkrankung der hämatopoetischen Stammzelle bedarf sie weiterer spezifischer Diagnostik. Die Mastozytose und/oder eine dauerhafte Erhöhung der Serum-Tryptase-Konzentration gelten als Risikofaktoren für schwere allergische Reaktionen auf Insektenstiche. Die hier besonders wichtige spezifische Immuntherapie bedarf einer Modifikation mit höherer Dosis, längerer Dauer und besonderen Therapiekontrollen. Literatur:
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