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Die Hyponatriämie ist mit einer Inzidenz von 1-4 % die häufigste Elektrolytstörung und mit einer hohen Mortalität verknüpft. Eine Hyponatriämie ist Ausdruck einer Störung der Regulation des osmotischen Drucks der extrazellulären Flüssigkeit (Osmoregulation). Ein konstanter osmotischer Druck ist Voraussetzung für die Konstanterhaltung des Zellvolumens und für das regelrechte „milieu interieur“. Die Plasmaosmolalität sowie die Natrium-Konzentration im Plasma ist eine der am engsten kontrollierten physiologischen Variablen. Dies wird erreicht durch eine sehr sensitive Kontrolle von ADH, welches Wasserverlust und Durst reguliert. Unter normalen Bedingungen wird im Plasma die Natrium-Konzentration in engen Grenzen (135-145 mmol/l) gehalten, trotz großer Schwankungen der Wasser- und Salzaufnahme. Natrium und seine Anionen (Chlorid und Bikarbonat) machen 86 % der Osmolalität der extrazellulären Flüssigkeit aus. Diese beträgt normalerweise 285-295 mosmol/kg H2O und kann empirisch berechnet werden durch folgende Formel:
Eine verminderte Osmolalität des extrazellulären Flüssigkeitsvolumens (EZFV) ist immer mit einer Hyponatriämie verbunden, die aber auch bei Zuständen mit normaler oder erhöhter Osmolalität des EZFV auftreten kann. Deshalb werden Hyponatriämien in Abhängigkeit von der Serumosmolalität in
Formen eingeteilt. Als Hyponatriämie wird eine Natrium-Konzentration <135 mmol/l und die schwere Hyponatriämie als ein Wert <120 mmol/l definiert. Klinisch relevant sind wiederholt gemessene Werte < 130 mmol/l. Die Symptomatik einer Hyponatriämie hängt von der Schwere und Schnelligkeit der Verminderung der Natrium-Konzentration im Plasma ab. Ihre Abnahme verursacht einen osmotischen Gradienten zwischen extrazellulärer und intrazellulärer Flüssigkeit. Das führt zu einem Wassereinstrom in die Körperzellen bis ein neues osmotisches Gleichgewicht erreicht ist. Durch den Wassereinstrom in die Körperzellen vergrößert sich das intrazelluläre Volumen. Dabei ist die Anschwellung von Gehirnzellen (Hirnödem) besonders gefährlich, weil die rigide Schädelhöhle keinen Raum für eine Vergrößerung des Gehirns bietet. Dadurch erhöht sich der intrakranielle Druck mit entsprechender neurologischer Symptomatik vor allem Verwirrtheit, Somnolenz, Muskelkrämpfe etc. Patienten mit milder Hyponatriämie (130-135 mmol/l) sind typischerweise asymptomatisch. Es kann jedoch zu gefährlichen Symptomen kommen, wenn z. B. zusätzlich eine Herzinsuffizienz vorliegt. Erbrechen und Erregbarkeit tritt normalerweise auf, wenn die Natrium-Konzentration unter 125-130 mmol/l sinkt, unter 115-120 mmol/l treten Kopfschmerzen, Lethargie, Unruhe und Orientierungslosigkeit auf. Jede unklare Hyponatriämie erfordert innerhalb von 24 Stunden eine Kontrolle der Laborwerte, zur Feststellung, ob es sich um ein akutes oder chronisches Symptom handelt. Bei der akuten Hyponatriämie muss sofort gehandelt werden, die chronische bedarf einer gründlichen klinischen und labordiagnostischen Evaluation. Hyponatriämien treten auf, wenn die Wasseraufnahme größer als die Wasserausscheidung ist. Normalerweise ist die Kapazität der Nieren zur Wasserausscheidung größer als die mögliche Wasseraufnahme des Körpers. Generell ist die Hyponatriämie bedingt durch
Ist eine Hyponatriämie festgestellt, sollten folgende Untersuchungen durchgeführt werden:
Erkrankungen und Ursachen, die eine Hyponatriämie bewirken können Hypovolämische hypotone Hyponatriämie Salzverlust Niere
Normovolämische hypotone Hyponatriämie
Hypervolämische hypotone Hyponatriämie Die Rhabdomyolyse ist eine weitere Komplikation der Hyponatriämie und kann zum akuten Nierenversagen führen. Hyponatriämie bei Ausdauersportler(innen) Die Häufigkeit einer behandlungsbedürftigen Hyponatriämie nach einem Marathonlauf wird mit 23 % angegeben. Selbst bei gesunden Marathonläufern kann sich ein nicht kardiogenes pulmonales Ödem mit erhöhtem intrakraniellen Druck und konsekutiver Enzephalopathie entwickeln. Nichterkennen dieses Zustandes kann bis zum Tod führen, während die rechtzeitig Behandelten sich wieder erholen. Die völlig verschiedenen pathophysiologischen Zustände bei einer Hyponatriämie bedeuten, dass eine sorgfältige und zeitnahe Diagnostik erforderlich ist, um eine adäquate Therapie zu erreichen. Literatur:
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