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Helicobacter sind spiralig gewundene, begeißelte Bakterien, die mikroaerophil, bei ausreichender Luftfeuchte, kulturell anzüchtbar sind. Die wichtigste humanpathogene Art ist Helicobacter pylori. Helicobacter-Infektionen variieren mit der geografischen Verteilung, der ethnischen Zugehörigkeit und dem sozioökonomischen Status (Beruf, Einkommen, Wohnungssituation) insbesondere während der Kindheit, in der die Übertragung am häufigsten stattfindet. Die Prävalenz der H. pylori-Besiedlung liegt in Deutschland zwischen 5 % bei Kindern und 25 % bei Erwachsenen. Deutlich höher ist sie bei Immigranten mit 36-86 %. Die Übertragung des Erregers erfolgt von Mensch zu Mensch. Der genaue Übertragungsmodus (oral-oral, gastral-oral, fäkal-oral bzw. deren Kombinationen) ist unklar. Der enge Kontakt mit H. pylori-kontaminierten Körpersekreten erklärt das intrafamiliär gehäufte Auftreten der Infektion. Es bestehen keine eindeutigen Hinweise auf eine zoonotische Übertragung. Die Kontamination von Nahrungsmitteln mit H. pylori ist beschrieben, die Keimübertragung wird jedoch kontrovers diskutiert. Ausserhalb des Magenmilieus ist ein längerfristiges Überleben des Bakteriums kaum möglich. Helicobacter pylori besiedelt unbehandelt den Magen des Menschen lebenslang. Das Bakterium induziert eine chronische Gastritis, deren Schweregrad durch H. pylori-spezifische Virulenzfaktoren beeinflusst werden kann. Die Infektion des Menschen bleibt überwiegend asymptomatisch, zeigt sich aber histologisch in allen Fällen als mehr oder weniger aktive Gastritis. Mögliche Komplikationen sind die gastroduodenale Ulcuskrankheit, das distale Adenokarzinom des Magens und das primär gastrale B-Zell-Lymphom. Zur Materialgewinnung für die Labordiagnostik bieten sich sowohl invasive als auch nicht invasive Verfahren an. Endoskopisch invasiv gewonnene Magenbiopsien, möglichst aus der Antrum- und der Korpusregion sind das geeignete Untersuchungsmaterial für die mikrobiologische Diagnostik der H. pylori-Infektion. Vor einer Gastroskopie sollten Patienten 4 Wochen keine Antiinfektiva und mindestens eine Woche keine Protonenpumpeninhibitoren eingenommen haben. Der Transport der Biopsien sollte in speziellen Medien erfolgen und muss so organisiert sein, dass die Probe innerhalb von 24 Stunden nach Gewinnung im Labor ist. Als Goldstandard gilt der kulturelle Nachweis von Helicobacter pylori auf speziellen Nährmedien, ergänzt durch die Mikroskopie bzw. Histologie. Zur erfolgreichen Durchführung einer Therapie wird anschließend eine Resistenztestung mittels Agardilution bzw. E-Test durchgeführt. Scheitern die kulturelle Anzucht und/ oder die Resistenztestung von H. pylori trotz positiver Urease-Reaktion der Restbiopsie oder bei positivem Direktpräparat, können auch molekulargenetische Testverfahren eingesetzt werden, die sowohl H. pylori als auch die Resistenz gegen Clarithromycin und Chinolone erfassen. Zu den nicht invasiven Untersuchungen zählen der H. pylori-Antigen-Stuhltest, der Harnstoff-Atemtest und der Antikörpernachweis im Serum. In Sensitivität und Spezifität sind der Stuhltest und der Atemtest vergleichbar. Speziell zur Diagnostik einer Helicobacter pylori-Infektion und zur Therapiekontrolle bei Kindern und Jugendlichen eignet sich der Antigen-Stuhltest mit monoklonalen Antikörpern. Keine Testmethode ist für sich allein absolut genau und sollte immer hinsichtlich der Erzielung einer Erstdiagnose bzw. Verlaufskontrolle bewertet werden. Die Standardtherapie der H. pylori-Infektion besteht derzeit aus der einwöchigen, empirischen Gabe einer Kombination aus einem Protonenpumpeninhibitor und zwei Antibiotika (Clarithromycin und Amoxicillin bzw. Metronidazol). Bei nicht vorbehandelten Patienten ist damit in über 90 % der Fälle eine Eradikation des Erregers zu erreichen. Bei einem Therapieversagen finden sich bei etwa der Hälfte der Patienten resistente Erreger, zum Teil sind auch Mehrfachresistenzen beschrieben. Vor einem weiteren Therapieversuch ist daher dringend eine mikrobiologische Untersuchung mit Empfindlichkeitstestung zu empfehlen. Literatur
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