Service für Einsender

Hilfe
Ergebnisse pro Seite: 
DAR Labor28 - Gesundheit ist messbar
MVZ Labor 28 AG MVZ Labor 28 AG MVZ Labor 28 AG MVZ Labor 28 AG MVZ Labor 28 AG MVZ Labor 28 AG Laborgemeinschaft Laborgemeinschaft
MVZ Labor 28 AGMVZ Labor 28 AGMVZ Labor 28 AGMVZ Labor 28 AGMVZ Labor 28 AGLaborgemeinschaftLaborgemeinschaftLaborgemeinschaft Berlin

[Lab28: Aktuell]

[Lab28: Archiv]

[Alle Artikel]

Lab 28 - Ausgabe Juli 2008


 

Morbus Whipple - eine seltene chronische Infektionskrankheit

 

Der Morbus Whipple (syn. intestinale Lipodystrophie) wurde 1907 erstmals von George H. Whipple (1878-1976), einem Pathologen aus Rochester, beschrieben und nach ihm benannt.

Lab28 - Ausgabe Juli 2008

Umbau ohne Ende
Formularanpassung zum 1. Juli 2008
MRSA in der ambulanten Versorgung
Glucose zwischen 100 und 109 mg/l
Einflussgrößen der TSH-Konzentration
Das Adrenogenitale Syndrom (AGS)
HEP-Test
Hypersensitivitäts-Pneumonitis
Vorhersagemodell Rheumatoide Arthritis
Morbus Whipple
Kleine Fehler - große Auswirkung
Shuntmanagement
Juckreiz bei inneren Krankheiten
Steuertipp: Änderungen für Freiberufler

Verursacht wird er durch das Bakterium Tropheryma whippelii aus der Gruppe der Aktinomyzeten. Seit 2003 ist das komplette Genom sequenziert. Bevorzugt sind Männer im Alter zwischen 30 und 60 Jahren betroffen (Androtropie), Kinder und Jugendliche dagegen scheinbar nicht.

Die Erreger gelangen wahrscheinlich über die orale Aufnahme in den Magen und oberen Dünndarmabschnitt. Dort werden sie von Makrophagen phagozytiert, bleiben in der Schleimhaut (Mukosa) und verursachen einen Lymphstau. Die Inkubationszeit beträgt wahrscheinlich Jahrzehnte.

Intestinale Symptome
Typische Malabsorptionssyndrom-Symptome:

  • Gewichtsverlust 90 %
  • Diarrhö 80 %
    (übelriechende Stühle)
  • abdominelle Schmerzen 55 %
    und Steatorrhö (Fettstühle)

Extraintestinale Symptome

  • Enteropathische Arthritis/Spondylarthropathie (oft Erstsymptom 70 %
  • mikrozytäre hypochrome Anämie (Eisenmangel) 75 %
  • Fieber 35 %
  • Lymphadenopathie 50 %
  • selten Herzbeteiligung (evtl. Endokarditis)
  • evtuell neurologische Symptome bei ZNS-Beteiligung

Diagnostik
Goldstandard ist immer noch die PAS-Färbung von Duodenalbiopsien auch im Falle fehlender gastroenterologischer Symptome. Neben der Histologie hat die molekularbiologische Diagnostik mittels PCR zunehmende Bedeutung, z. B. zur Untersuchung von Liquor.

Therapie
Die Behandlung sollte in der Regel mit einem gut liquorgängigen Antibiotikum (z. B. Ceftriaxon oder Meropenem) über 2 Wochen i.v. und anschließender oraler Therapie mit Trimethoprim-Sulfamethoxazol für 1 Jahr erfolgen.

Ergänzend wird symptomatisch mit Elektrolyten, Vitaminen und Spurenelementen behandelt. Eine Therapieüberwachung durch Kontrollendoskopien wird empfohlen.



[nach oben] [zurück] [nächster Artikel]