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Heparine sind sofort wirkende indirekte Antikoagulanzien, die vorzugsweise zur Thrombosetherapie und -prophylaxe eingesetzt werden. Es handelt sich um Mukopolysaccharide verschiedener Kettenlänge. Man unterscheidet Unfraktionierte Heparine = UFH (MG 3.000-30.000 Dalton) von Niedermolekularen Heparinen = NMH (MG 3.000 - 8.000 Dalton). Antithrombin inaktiviert verschiedene Gerinnungsfaktoren, insbesondere Faktor IIa (Thrombin) und Faktor Xa. Heparine wirken hierbei reaktionsbeschleunigend im Sinne von Katalysatoren und verstärken im Komplex mit Antithrombin (AT) dessen Hemmwirkung um mehr als das 1000-fache. UFH hemmen die Faktoren Xa und IIa gleichermaßen, wogegen NMH überwiegend den Faktor Xa inaktivieren. Eine i.v.-Therapie mit UFH muss generell laborchemisch kontrolliert werden, wobei man in der Regel eine PTT-Verlängerung um das 1,5 bis 2,5-fache anstrebt. Eine gewichtsadaptierte Therapie mit NMH (im Regelfall s.c.) bedarf keiner generellen Überwachung, es sei denn, einer der folgenden Faktoren liegt vor:
Da sich die PTT im therapeutischen Bereich bei NMH kaum verändert (eine Verlängerung ist hier bereits Hinweis auf Überdosierung), ist ein Monitoring nur über die Messung der Anti-Faktor Xa-Aktivität möglich. Hierzu stehen der so genannte HEP-Test®, der in unserem Labor seit vielen Jahren eingesetzt und vielerorts favorisiert wird, sowie chromogene Teste zur Verfügung. Mit dem HEP-Test® wird durch Messung von Gerinnungszeiten der Patientenprobe im Vergleich zu einer Normalplasmaprobe auf die optimale NMH-Dosis geschlossen. Die Blutentnahme muss hierfür unbedingt 3-4 Stunden nach der s.c.-Verabreichung erfolgen, um das Wirkmaximum zu erfassen. Im HEP-Test® wird bei therapeutischer Dosierung eine Ratio von 3-6 angestrebt, wobei bei 1x-Applikation die Werte eher im oberen und bei 2x-Applikation im unteren therapeutischen Bereich liegen sollten. Bei prophylaktischer Dosierung sollte eine Ratio von 1,5 bis 3 erreicht werden. Bei Anwendung von chromogenen Testen zur Überwachung einer NMH-Therapie werden Anti-Faktor Xa-Einheiten gemessen und bei therapeutischer Dosierung die folgenden Zielbereiche angestrebt: bei 1x-Applikation: 0,6 - 1,3 IE/ml (Lit.1) Eine Therapieüberwachung mit den ebenfalls den Faktor Xa-inhibierenden Substanzen Danaparoid (Orgaran®) und Fondaparinux (Arixtra®) ist in der beschriebenen Form mit dem HEP-Test® nicht möglich. Zum Monitoring einer Therapie mit Hirudin und Hirudinanaloga (inhibieren ausschließlich Thrombin) sind Anti-Faktor Xa-Teste generell nicht geeignet. Literatur.:
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