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Wenige Monate nach Inkrafttreten der Gesundheitsreform sowie einiger Begleitgesetze ist eine erhebliche Unruhe im gesamten Gesundheitsbereich spürbar. Die Kassen, Pharmaindustrie, niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser und sonstige Anbieter medizinischer Leistungen scheinen unter einem Zugzwang zu stehen, sich neu aufstellen zu müssen. Dieser Umbruch im Markt ist aber auch von einer deutlichen Unsicherheit geprägt, weil keiner so genau weiß, wohin die Reise geht; sprich welche Konzepte letztlich erfolgreich sein werden. Bei aller Kritik und Problematik des Gesetzeswerkes, so werden doch viele Modelle realisierbar, die neue Chancen ermöglichen. In relativ kurzer Zeit wird die Apothekenlandschaft - wenn auch primär ausgelöst durch das Europäische Recht - den Wettbewerbsdruck zu spüren bekommen. Ebenfalls haben die gesetzlich vorgesehenen Rabattverträge bei der Aufstellung der Generica-Unternehmen schon einige Bewegung verursacht.
Auch im niedergelassenen Bereich ist eine deutliche Tendenz spürbar, die neue Formen der Zusammenarbeit in größeren Einheiten bevorzugt. Allerdings erscheinen jüngste Meldungen, dass einige MVZ-Großkonzerne letztlich das Land beherrschen, als etwas voreilig. Das Experimentierfeld ist mannigfaltig; in wie weit ein Modell erfolgreich ist, hängt in überwiegender Weise davon ab, wie reibungslos der innerbetriebliche Prozess in Richtung Kunden/Patientenzufriedenheit organisiert ist. Verschiedene Wahltarife der Kassen und Bonus-Programme werden hier noch verstärkend wirken. Interessant wird in diesem Zusammenhang auch sein, wie der Patient auf einzelne Möglichkeiten reagiert und wie weit Mitnahmeeffekte eine Bedeutung haben. Es ist zu erwarten, dass einige Felder des Gesundheitsmarktes industriell besetzt werden. Der erhebliche Kapitalbedarf und das notwendige Organisations-Know How kann bei neuen großen Einheiten im Rahmen industrieller Partnerschaft nachhaltiger gelöst werden. Wir werden uns darauf einrichten müssen, dass es zu einigen Fehlentwicklungen in diesem Umgestaltungsprozess kommen wird. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht alles was wirtschaftlich erfolgreich ist, gleichzeitig auch gut und sinnvoll ist. Insofern bleibt die Aussage: Nach der Reform ist vor der Reform.
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