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Zugegeben - es ist nicht besonders originell, schon wieder über die Gesundheitsreform zu spekulieren. Andererseits bleibt dieses Thema, das bis zur Sommerpause in seinen Grundzügen konzipiert sein soll, wegen der zu erwartenden Konsequenzen für die Leistungserbringer im Focus der Betrachtung. In vielen Veranstaltungen und in den Medien wurden Experten gehört, Chancen und Risiken beschworen und über Zumutbarkeiten, Machbarkeiten und Gerechtigkeit gestritten. Nach wie vor ist die Spreizung der Meinungen und Denkansätze erheblich. Damit wächst leider auch die Gefahr, dass die koalitionäre Kompromissmaschinerie einen Proporzmix mit weiter steigenden bürokratischen Aufwandfolgen produziert. Schlimm wäre dies auch deshalb, weil solche Lösungen erfahrungsgemäß nur kurze Halbwertzeiten haben und die Teilnehmer am Gesundheitsmarkt somit keine strategischen Aktivitäten entfalten. Die folgenden Überlegungen seien aber mal mit Optimismus und Zutrauen in die Verantwortlichkeit und Kompetenz unserer politisch Handelnden geprägt. Lässt man in der einen oder anderen schlaflosen Frühlingsnacht die Diskussion vor seinem geistigen Auge ablaufen, bleiben ein paar wesentliche Grundüberlegungen hängen: 1. Die Solidargemeinschaft kann in dieser Form nicht prolongiert werden. Einer immer kleineren Zahl von Solidargebern stehen immer mehr Solidarnehmer entgegen. Da sich durch die demografische Situation dieser Zustand noch verschärft, bleibt als einzig logische Maßnahme nur, die Inhalte der Solidarität auf ernsthafte Erkrankungen und notwendige Therapien zu beschränken.
2. Die Eigenverantwortung muss auf intelligente und kreative Weise stimuliert werden. Hier liegt ein erhebliches Einsparpotenzial, welches sich lohnt, über verschiedenste Ansätze und Modelle zu aktivieren. Bewegung und Ernährung haben eine deutlich höhere Hebelwirkung als manch Arzneimittel oder Therapie. Kardinal Lehmann: „Den Menschen muss wieder mehr Eigenverantwortung zugemutet, aber auch zugetraut werden!“ 3. Die Transparenz sowohl auf der Leistungsseite wie auch auf der Kostenseite sollte erheblich gesteigert werden. Reproduzierbare Qualitätskriterien müssen erfasst und mit den Kostenkriterien verknüpft werden. Auch wenn z. B. das Qualitätsranking der Berliner Krankenhäuser in seiner Aussage manche noch nicht überzeugt haben mag, dennoch: Es ist ein erster Ansatz, den Wettbewerb als Instrument zur Steigerung von Effizienz und Qualität zu nutzen. 4. Verschiedene Vertrags- und Organisationsformen der Leistungserbringung sind hilfreich, um Erfolg und Effizienz bestimmter Konzepte beurteilen zu können. Das nach dem Gesundheits-modernisierungsgesetz ermöglichte MVZ scheint - wenn es gut organisiert ist - einige Dynamik auszulösen. Ein wesentlicher Vorteil dieser Organisationsform ist die bessere Möglichkeit zur Aufgabenverteilung der administrativen sprich bürokratischen Prozesse und der ärztlichen Tätigkeit. 5. Der wesentliche Schlüssel, um Erfolge sichtbar zu machen, liegt in der Informationstechnologie. Sämtliche der vorgenannten Kriterien werden zu gefühlten und endlos diskutierten Kriterien, wenn es nicht gelingt, sich auf ein entsprechendes Bewertungsraster und eine Vernetzung zu verständigen. Die e-Karte als Nucleus einer spannenden Entwicklung hätte das Zeug dazu, Ressourcen zu optimieren und Bürokratie einzudämmen. Wichtig wäre allerdings in diesem Zusammenhang eine Neupositionierung des Datenschutzes: Weg mit der Angst-Instrumentalisierung bestimmter Interessengruppen hin zur sinnvollen Nutzung und Vernetzung mit selbstverständlicher Datensicherheit. Schauen wir mal, was kommt!
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