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Lab 28 - Ausgabe Juli 2006


 

Fußball und Gehirnfunktion

 

Kopfball spielen ist gefährlich für das Gehirn

Fußball ist weltweit ein beliebter Sport. Es gibt etwa 200 Millionen aktive Spieler und in den letzten Jahren auch immer mehr Frauen und Mädchen.
In diesem Jahr der Fußballweltmeisterschaft erleben wir gerade wieder den hohen Stellenwert, den Fußball in unserer Welt einnimmt.

Lab28 - Ausgabe Juli 2006

Es bleibt spannend
Das molekularbiologische Labor
Fußball und Gehirnfunktion
Frühsommer-Meningoencephalitis
ESBL - Hochresistente Gram-negative Bakterien
Therapeutisches Drug monitoring (TDM)
Angioödem
Juvenile idiopathische Arthritis
Knochenstoffwechselstörung
Gerinnungsstörungen bei malignen Erkrankungen
HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen
Neues vom Josephinchen
Der Steuertipp: Aktuelle Entwicklungen

Fußball ist allerdings mit einer hohen Verletzungsrate verbunden, besonders bei Frauen. Gehirnerschütterungen umfassen 11 % aller Verletzungen bei Frauen im Verglech zu 9 % bei Männern.
In den letzten Jahren wurde besonders der Einfluss von Kopfball spielen auf die Gehirnfunktion untersucht. Einige Studien berichten über kognitive und neurologische Störungen, die mit denen von Boxern vergleichbar sind.

Vor diesem Hintergrund untersuchten zwei Forschergruppen die Auswirkungen von biochemischen Markern (Tumormarker) S-100 B und NSE auf die mögliche Gehirnschädigung (Mussack, J. et al. 2003, Stålnacke, B.-M. et al. 2006).

Neuronenspezifische Enolase (NSE) und S-100 B sind bekannt als sensitive Indikatoren von akuten Hirnschädigungen. NSE ist ein Iso-Enzym der Enolase und hauptsächlich in Neuronen lokalisiert, aber auch in glatter Muskulatur und im Fettgewebe.
S-100 B ist ein saures Ca++-bindendes Protein, dessen Isoform in hohen Konzentrationen in den Gliazellen und Schwann’schen Zellen des Gehirns vorkommt. Es ist sehr spezifisch für Schädigungen des ZNS (de Kruijk, J. R. et al. 2001). S-100 B findet auch als Tumormarker beim malignen Melanom Anwendung.
S-100 B und NSE sind sechs Stunden nach einer traumatischen Gehirnschädigung in erhöhter Konzentration zu finden, wahrscheinlich in Abhängigkeit von dem Ausmaß der Schädigung.

Vor und nach einem Frauen-Fußballwettkampf wurde Blut entnommen und die beiden Marker bestimmt. Beide Marker waren nach dem Fußballspiel erhöht. Die S-100 B-Konzentrationserhöhung korrelierte mit der Zahl der Kopfbälle und mit der Zahl anderer Traumen, die während des Spiels auftraten (Stålnacke et al. 2006). Ähnliche Ergebnisse wurden in einer Parallelstudie bei Männern gefunden (Mussack et al. 2003).

Literatur:
Mussack, J. et al., Eur. J. Med. Res. (2003) 8 : 457-464
Stålnacke, A. et al., Br. J. Sports Med. (2006) 40 : 313-316
De Kruijk, J. R. et al., Acta Neurol. Scand. (2001) 103 : 175-179



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