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verstärkte Aufklärung von Reisenden empfohlenDurch rege Reisetätigkeit und fehlende Möglichkeit der Impfung ist Malaria weiterhin eine der wichtigsten importierten Erkrankungen in Deutschland, ebenso z.B. in Nordamerika oder Australien. Bei Reisen in Endemiegebiete bleibt, beruflich wie auch privat Reisenden, zum Schutz lediglich die Expositions- bzw. Chemoprophylaxe. Schon nach Bundesseuchengesetz war die Erkrankung meldepflichtig, seit 2001 nach Infektionsschutzgesetz. Das Labor meldet nichtnamentlich bei Erregernachweis, mit ergänzenden Angaben des einsendenden Arztes auf einem gesonderten Meldeformular. Eine Analyse der Meldedaten des Robert-Koch-Institutes von 1993 bis 2003 informiert über Trends und Entwicklungen der Erkrankung in diesem Zeitraum. Analysiert wurden insgesamt 9148 Erkrankungsfälle (jährlich 598 bis 1045 Fälle), durchschnittlich 832 Fälle pro Jahr. Die Inzidenz betrug etwa 1/100 000 Einwohner, in den Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen jedoch bis zu 7/100 000 Einwohner! In ländlichen Regionen wie Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern lag die Inzidenz deutlich unterhalb des Durchschnitts. Der Anteil deutscher Patienten sank dabei auf nur noch 50% im Jahr 2003, diese erwarben die Erkrankung in 70-80% der Fälle im Rahmen privater Reisen, 15-20 % bei beruflicher Reisetätigkeit. Quelle bei Erkrankten ausländischer Herkunft waren vor allem Reisen zu Familie und Bekannten im Heimatland. Hierbei lagen afrikanische Länder (besonders Ghana, Kenia und Nigeria) vorn, neben Indien, Indonesien, Papua-Neuguinea und Thailand. Weniger häufig waren Reisen nach Amerika und Ozeanien betroffen, selten Europa (aus der Türkei insgesamt 77, Griechenland 2 Fälle). Hauptaltersgruppe waren hierbei die 20-39-jährigen, mit zunehmender Inzidenz jedoch auch die Gruppe der 40-49-jährigen. Ca. 30-40 % der Erkrankten hatten eine Prophylaxe eingenommen, nur z.T. jedoch regelmäßig, bzw. dem Gebiet entsprechende Medikamente. Plasmodium falciparum, Erreger der Malaria tropica, war mit 70-80 % Haupterreger, gefolgt von Plasmodium vivax, Erreger der Malaria tertiana. In 5% der Fälle konnte keine Zuordnung getroffen werden. Insbesondere bei der Malaria tropica ist eine rasch eingeleitete Diagnostik und frühzeitige Therapie von größter Bedeutung. Ca. 80% der Erkrankten wurden stationär mit durchschnittlicher Aufenthaltsdauer von 4-5 Tagen behandelt. Medikamentös wurde zunehmend Atovaquon+Proguanil wie auch Artemether+Lumefantrin eingesetzt. Rückläufig, wenngleich noch in 40% eingesetzt, war der therapeutische Einsatz von Mefloquin. Sterbefälle waren insgesamt eher rückläufig ( z.B. 2001: 8,2002: 3, 2003: 5 Fälle). Aus den gesammelten Daten ließ sich eine durchschnittliche Dauer von drei Tagen zwischen Erkrankung und Therapiebeginn ermitteln, in ca. 25% der Fälle waren es jedoch mehr als sechs Tage! Somit ist eine verstärkte Aufklärung von Reisenden in Endemiegebiete hinsichtlich Risiko und Prophylaxe dringend erforderlich, ebenso ist ärztlicherseits bei Patienten mit Fieber immer an die Reiseanamnese zu denken! In der Akutdiagnostik ist weiterhin Goldstandard Ausstrich und sog. Dicker Tropfen (EDTA-Blut), der Nachweis von Plasmodien ist beweisend, ein negatives Ergebnis hingegen erlaubt den Ausschluss nicht, empfohlen werden mehrere Abnahmen, ggf. im Fieberschub. Literatur und Hinweise: [nach oben] [zurück] [nächster Artikel] |