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Lab 28 - Ausgabe Juli 2005


Für Sie gelesen:

 

Einsatz serologischer Methoden in der Diagnostik von Erkrankungen durch Aspergillus- oder Candida species

 

Für beide Pilzgattungen stehen verschiedene serologische Antigen- und Antikörpernachweise zur Verfügung. Diese sind jedoch differenziert bei speziellen Indikationen einzusetzen ggf. in Ergänzung zu kulturellen, radiologischen und histo-pathologischen Nachweisverfahren.

Lab28 - Ausgabe Juli 2005

Zukunft mitgestalten
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Aspergillus species

  1. Die invasive Aspergillose, die überwiegend durch
    A. fumigatus verursacht wird und meist die Lunge betrifft, kommt insbesondere bei immunsupprimierten hämato-onkologischen Patienten (z.B. Knochenmark-transplantierten) mit Granulozytopenie vor und zeigt eine hohe Letalität.
    Zur Frühdiagnose bei Hochrisikopatienten wird unterstützend der serielle Nachweis von Aspergillus-Antigen aus dem Serum im Rahmen von Sreening-Programmen durchgeführt. Im Labor 28 steht der hochsensitive Platelia-Aspergillus-AG-ELISA zur Verfügung, der meist bereits vor dem Auftreten von klinischen Symptomen und radiologischen Zeichen ein positives Ergebnis zeigt (siehe auch LaborInfo: Serodiagnostik der invasiven Aspergillose).
    Antikörper-Nachweise spielen hier eine untergeordnete Rolle.

  2. Bei der allergisch-broncho-pulmonalen Aspergillose (Mycoallergose) kommt es durch Bildung von spezifischem IgE zur allergisch asthmatischen Bronchitis, die durch Gesamt-IgE und spezifisches IgE (RAST, CAP) diagnostiziert werden kann. Aspergillus-Sporen können zudem eine allergische Alveolitis verursachen, bei der der Nachweis präzipitierender IgG-Antikörper zu führen ist.

  3. Das Aspergillom entsteht auf dem Boden pulmonaler Vorerkrankungen (TB-Kavernen, Sarkoidose, Bronchiektasen) auch bei Immunkompetenten, so dass hier je nach verwendeter Methode (Hämagglutinationstest, Überwanderungs-Elektrophorese) in ca. 50% der Fälle mit erhöhten IgG-Antikörpertitern zu rechnen ist.

Eine kulturelle Anzucht ist sinnvoll bei oberflächlichen Aspergillosen (Otitis externa, meist A.niger) sowie bei invasiver Aspergillose und Aspergillom (meist A. fumigatus - kulturelle und histopathologische Untersuchung des invasiv gewonnenen infizierten Gewebes). Auch Material des unteren Respirationstraktes (z. B. bronchoalveoläre Lavage) kann zur Erregeranzucht verwendet werden, die Sensitivität (<30%) und Spezifität ist jedoch gering.

Candida species

  1. Mucocutane Candida-Infektionen (oropharyngeale und genitale Candidiasis, Windeldermatitis etc.) sollten durch Erreger-Anzucht nachgewiesen werden. Nur bei ausgeprägten lokalen Infektionen kommt es auch zu einer Antikörper-Produktion, die im HAT und ELISA erkannt werden kann.

  2. Invasive systemische Candida-Infektionen (Candida-Sepsis, Organmykosen) sind durch alleinige kulturelle Anzucht oft schwer nachweisbar und von hoher Letalität begleitet, so dass hier ergänzend (neben Kultur, Radiologie, Ophthalmologie etc.) der Nachweis von Candida-Antikörpern und -Antigen aus Serum in Form engmaschiger Verlaufskontrollen zum Einsatz kommt.
    Zum Antikörper-Nachweis stehen in unserem Labor ein Hämagglutinationstest (HAT) in Kombination mit einem Immunglobulin-Klassenspezifischen ELISA (IgG, IgM, IgA) zur Verfügung. Beide Teste ergänzen sich, da unterschiedliche Antikörper gegen Candida species nachgewiesen werden. Neben Antikörpern gegen C. albicans werden auch solche gegen die meisten relevanten Non-albicans-Arten erfasst. C. krusei zeigt jedoch wegen geringer Antigen-gemeinschaften allenfalls geringe Titer.
    Bei Immunsupprimierten können adäquate Antikörperanstiege ausbleiben.
    Deshalb sollte zusätzlich ein Candida-Antigen-Nachweis versucht werden.
    In unserem Labor wird der rasch durchführbare Cand-Tec-Test (Latex-Agglutinations-Test) eingesetzt, der analog zum HAT die relevanten Candida-species erfassen kann, nicht jedoch C. krusei.
    Detailliertere Information siehe LaborInfo Candida-Serologie



Literatur:

  1. M. Ruhnke; Diagnostik von Mykosen in der Hämatologie und Onkologie
    In: Pilzinfektionen bei Krebspatienten. M- Karthaus (Hrsg.)
    Blackwell Wissenschaftsverlag Wien 2002: Seite 9-13
  2. W. Fegeler; Aspekte zur differenzierten Bewertung von Ergebnissen in der
    Candida-Serologie. Pilzdialog 1, 1996
  3. W. Fegeler; Aspekte zur Diagnostik tieflokalisierter, opportunistischer Mykosen
    Mycoses 37 (Suppl. 2) 8-19 (1994)
  4. ARUP´s Guide to Clinical Laboratory Testing;
    Aspergillus Galactomannan Antigen by EIA
    www.arulab.com/guides/clt/tests/clt_al191.jsp


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