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Lab28 - Ausgabe Juli 2004


 

Schwere Unverträglichkeit von 5-Fluorouracil

 

Schwere Unverträglichkeit von 5-Fluorouracil bei Mutation im DPD-Gen - Exon 14-Skipping Mutation

Ca. 3 % aller mit dem Chemotherapeutikum 5-Fluorouracil (5-FU) behandelten Patienten erleiden toxische Nebenwirkungen bis hin zu lebensbedrohlichen Intoxikationen. Verursacht sind diese durch eine Verminderung der Aktivität der Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD).

Lab28 - Ausgabe Juli 2004

Mittendrin
Fortbildungsveranstaltung für Gynäkologen
IGeL - Fit für die Praxis
Schwere Unverträglichkeit von 5-Fluorouracil
Labordiagnostik bei u. a. Glomerulonephritis
Steckbrief: Pseudomonas aeruginosa
Autoantikörper beim Diabetes mellitus
IX. Symposium für Reise- und Impfmedizin
Der Steuertipp: Vermietung an Angehörige

Die erwünschte zytotoxische Wirkung von 5-FU wird durch seine Eliminationskinetik bestimmt, die Halbwertszeit beträgt ca. 12 Minuten. Eine verminderte zelluläre Aktivität von DPD verzögert die Elimination aus dem Plasma und führt zu toxischen Nebenwirkungen.

Unter mehreren bekannten Mutationen des DPD-Gens ist die Exon-14-Skipping-Mutation die bedeutendste. Sie hat bei homozygoten Merkmalsträgen den Totalverlust der katalytischen Aktivität zur Folge. Bereits heterozygote Merkmalsträger sind unter 5-FU-Therapie gefährdet, schwere Nebenwirkungen zu erleiden. Die Prävalenz heterozygoter Träger in Mitteleuropa beträgt ca. 1%. Patienten mit schwersten bis hin zu letalen Folgen unter 5 FU sind zu ca. 30% Träger der Exon-14-Skipping-Mutation des DPD-Gens.

Die Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie verwies auf die Notwendigkeit einer prätherapeutischen Untersuchung aller Patienten vor 5-FU-Gabe, um bei gegebener Mutation eine Dosisanpassung vorzunehmen.

Die Untersuchung erfolgt als Gensequenzierung aus EDTA-Blut (2 ml), der Probenversand per Post ist unproblematisch.


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