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Lab28 - Ausgabe Juli 2004


 

Faktor XIII-Mangel - mögliche Ursache einer Blutungsneigung

 

Die physiologische Funktion des Faktors XIII (Fibrin stabilisierender Faktor) besteht in der kovalenten Quervernetzung der beim Gerinnungsvorgang entstehenden Fibrinmonomere. Da seine Wirkung erst nach Ablauf der Gerinnungskaskade mit Einsetzen der Fibrinbildung beginnt, ist ein Faktor XIII-Mangel auch nicht mit den üblichen Gerinnungstests, die auf der Bestimmung der Fibrinbildungszeit beruhen, erfassbar (unauffällige Gerinnungsglobaltests!).

Lab28 - Ausgabe Juli 2004

Mittendrin
Fortbildungsveranstaltung für Gynäkologen
IGeL - Fit für die Praxis
Schwere Unverträglichkeit von 5-Fluorouracil
Labordiagnostik bei u. a. Glomerulonephritis
Steckbrief: Pseudomonas aeruginosa
Autoantikörper beim Diabetes mellitus
IX. Symposium für Reise- und Impfmedizin
Der Steuertipp: Vermietung an Angehörige

Hereditäre Faktor-XIII-Mangelzustände sind extrem selten (1:5 Mio.), häufiger tritt ein erworbener Mangel auf, der folgende Ursachen haben kann:

  • Lebererkrankungen mit Proteinsynthesestörung
  • Verbrauch bei „Dissiminierter intravasaler Gerinnung (DIC)“ oder im akuten Stadium venöser Thrombosen
  • Vermehrter Abbau durch Leukozyten-Enzyme im Rahmen entzündlicher Erkrankungen (z. B. Sepsis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Asparaginasetherapie
  • Faktor VIII-Hemmung durch verschiedene Inhibitoren (Alloantikörper, Autoantikörper, Monoklonale Immunglobuline; medikamenteninduzierte Inhibitoren z. B. nach INH, Penicillin, Phenytoin, Procainamid).

Der congenitale Faktor XIII-Mangel wird autosomal-rezessiv vererbt. Bei Homozygoten besteht eine lebenslange hämophilieähnliche Blutungsneigung, die bei Faktor XIII-Aktivitäten von <7 % laut Literaturangaben* zu schweren spontalen Blutungen führen kann. Heterozygote bluten i. a. nicht spontan.

Erste Manifestationen des Faktor XIII-Mangels können Nabelschnurblutungen sein, ansonsten kommt es charakteristischerweise zu Nachblutungen nach Traumata oder Operationen. Typisch ist eine Verzögerung der Wundheilung mit häufig auftretender Keloidbildung. Frauen mit einem schweren Faktor XIII-Mangel neigen zu Aborten.

Aufgrund der langen Halbwertszeit des Faktors XIII mit 5 bis 6 Tagen ist eine Substitutionstherapie im Bedarfsfall einfach.
Bei operativen Eingriffen muss selbst noch bei Faktor XIII-Aktivitäten von 30 % mit Blutungskomplikationen gerechnet werden, so dass eine Substitution entsprechend angepasst werden muss.

Erworbene Faktor XIII-Mangelsituationen sind zwar vorwiegend leichter ausgeprägt mit Werten zwischen 30 - 60 %, jedoch findet auch hier die Substitutionstherapie im operativen Bereich bzw. bei Wundheilungsstörungen ihren Einsatz.

Literatur:
* Barthels M, Depka M von (2003): Das Gerinnungskompendium, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2003


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