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Mycoplasmen sind Bakterien, für die das Fehlen einer Zellwand charakteristisch ist. Sie sind die kleinsten Bakterien, die ausserhalb von Zellen vermehrungsfähig sind. Von den zahlreichen Mycoplasmen-Gattungen kommen nur drei als Krankheitserreger beim Menschen vor: M.pneumoniae, M.hominis und Ureaplasma urealyticum. M.pneumoniae alleine ist obligat pathogen. M.pneumoniae siedelt hauptsächlich auf den Schleimhäuten der Atemwege und ist als ein Erreger der atypische Pneumonie bekannt. Besonders schwere Verläufe sind bei Immunsuppression, vorausgehenden anderen bakteriellen, pulmonalen Infektionen oder Sichelzellanämie beschrieben. Extrapulmonale Infektionen wie Exantheme, Erythema nodosum oder Herzrhythmusstörungen werden beobachtet. Epidemiologisch von Bedeutung sind die vielen vorwiegend leichter spontan ausheilenden Infektionen des Respirationstraktes. M.pneumoniae ist weltweit verbreitet. Eine Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Die Inkubationszeit beträgt 10 bis 20 Tage. Bei Kindern verlaufen etwa 20% der Infektionen asyptomatisch. Eine Erkrankung hinterlässt keinen ausreichenden Schutz gegen nachfolgende Infektionen. Trotz der grossen Verbreitung, 15 bis 20 % aller Pneumonien werden durch M.pneumoniae hervorgerufen, ist die schnelle Labordiagnostik durch Erregernachweis unbefriedigend. Sie erfolgt meistens serologisch über die Bestimmung von Komplement-bindenden Antikörpern. In letzter Zeit stehen zunehmend Enzymimmun-Teste zur Bestimmung spezifischer IgG- und IgM-Antikörper zur Verfügung. Gelegentlich werden bei den Patienten Kälteagglutinine nachgewiesen. Der Erregernachweis von M.pneumoniae ist problematisch. Das Wachstum auf Spezialnährböden erfolgt erst in 2 bis 3 Wochen. Daher gewinnt der Antigennachweis des Erregers zunehmend an Bedeutung. Die ersten ELISA-basierten Antigennachweise stehen zur Verfügung. Eine verbesserte Sensitivität erwartet man von modernen Amplifikationsverfahren (PCR). Untersuchungsmaterial für Antikörperbestimmung: Untersuchungsmaterial für Antigennachweis: Nasopharyngealabstriche, Nasen-und Rachensekrete, Sputen oder Bronchiallavagen Indikationen:
Die Mycoplasmen-Infektion des oberen Respirationstraktes verläuft selbstlimitierend, meist nicht diagnostiziert und daher auch nicht antibiotisch behandelt. Eine effiziente antimikrobielle Therapie kann mit Doxycyclin, Ciprofloxacin, Erythromycin, Clarithromycin oder Azithromycin durchgeführt werden. Durch diese Therapie wird das klinische Bild gemildert und verkürzt und damit auch die weitere Ausbreitung vermindert. Penicillin, Cephalosporine und Aminoglycoside sind gegen Mycoplasmen unwirksam. |