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Lab28 - Ausgabe Juli 2003


 

Latexallergie - Übersicht und neues zur Labordiagnose

 

Latex ist ein bekanntes Allergen, das schon lange mit der verzögerten Form der Überempfindlichkeitsreaktion (Typ IV) und atopischer Dermatitis in Verbindung gebracht wird.

Lab28 - Ausgabe Juli 2003

Druck im Kessel
High-Sensitivity C-Reaktive Protein
Hämoglobinelektrophorese
Antivirale Therapie und Prophylaxe der Influenza
Mycoplasma pneumoniae
Hygienequalität in der Endoskopie
Latexallergie
Unsere neuesten Patienten-Flyer
Weiterbildungsangebot für das Praxisteam
Der Steuertipp

In der letzten Zeit wurden darüber hinaus aber auch Fälle von allergischen Sofort-Typ-I-Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock beschrieben, z. B. im Zusammenhang mit abdominellen und anderen größeren Operationen und auch in der Zahnheilkunde durch Benutzung von Gummihandschuhen.
Auslösendes Agens ist dabei das an Puder adsorbierte Latex.

Natürliches Latex ist ein milchiger Saft des Gummibaumes Hevea brasiliensis und wird für die Herstellung verschiedener Gebrauchsartikel verwendet (Handschuhe, Luftballons, Kondome, Babyschnuller, Kleber für Briefumschläge etc.)

Besonders gefährdet, eine Latexallergie zu entwickeln sind:

  • Personen im Gesundheitswesen und in der Gummiherstellung

  • Patienten, bei denen wiederholt chirurgische Eingriffe bzw. Katheterisierungen vorgenommen werden (v.a. bei Spina bifida und urogenitalen Fehlbildungen). Je höher die Zahl der Eingriffe um so höher die Sensibilisierungsrate.

  • Personen mit Handdermatitis und Nahrungsmittelallergie, insbesondere wenn diese durch tropische Früchte hervorgerufen werden.

Letzteres hängt mit kreuzreagierenden Allergenen dieser Früchte zusammen (nahe Verwandtschaft zu Hevea). Man spricht dann vom Latex-Frucht-Syndrom (Avocado, Banane, Kastanie, Kiwi, Papaya, Kartoffel und Pfirsich).

Die Prävalenz der Latexallergie liegt insgesamt unter 1%, im medizinischen Bereich 3-17%, bei Spina bifida-Patienten bis zu 50%.

An Symptomen kommen vor: Kontaktekzem, Urtikaria, Rhinokonjunktivitis, Asthma und selten anaphylaktoide Reaktionen.
Die Diagnose beruht auf dem Nachweis von spezifischen IgE-Antikörpern, positiver Sofortrektion der Haut- und Provokationstesten.

Es sind mittlerweile verschieden Antigene, die als Allergene fungieren, identifiziert. Für die Labordiagnose mittels Nachweis von spezifischem IgE wird ein Extrakt aus natürlichem Latex verwendet.

Ein Protein, das in dieser Aufbereitung nur in geringer Konzentration vorhanden ist, (Hev b5) wurde kürzlich rekombinant hergestellt.

Durch seine Verwendung im verbesserten K82-Latex-Test wird das sensibilisierende Latexmaterial nun besser repräsentiert und somit eine höhere Sensitivität (über 90%) und höhere Testergebnisse erzielt.

Generell kann man davon ausgehen, dass ein „negativer Hauttest bzw. ein negatives. Spezifisches IgE einen negativen Vorhersagewert von nahezu 100% haben“ (1).

Literatur:

1. L. Thomas: Labor und Diagnose, Hrg. L. Thomas, 5.Auflage 1998, Seite 798-799
2. Unterlagen der Firma Pharmacia Diagnostics


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