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Gut 230 Mrd. € werden pro Jahr in Deutschland für die Gesundheit ausgegeben. Dies entspricht in etwa 11 % des Bruttoinlandproduktes und stellt damit in jeder Beziehung einen beachtlichen Faktor innerhalb der Volkswirtschaft dar. Auf der Angebotsseite stehen 116.000 Arztpraxen, 2.240 Krankenhäuser, die Pharmaindustrie, über 21.000 Apotheken u. a. m. Die Nachfrageseite wird durch die ca. 80 Mio zählende Bevölkerung generiert, finanziert über die Kostenträger GKV, PKV sowie Selbstzahlung. In der Vergangenheit wurde von dem einen oder anderen Marktteilnehmer Änderungsbedarf angemeldet und manche Korrektur vorgenommen, die keine wirkliche Problemlösung darstellt. Fakt ist, das System wurde und wird überproportional immer teurer bei einer unterproportionalen Effizienzsteigerung. Maßnahmen wie Risikostrukturausgleich, Pseudowettbewerb der Kassen, Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen, Ausgliederung versicherungsfremder Leistungen, reichen nicht mehr aus, die strukturelle Schwäche zu überdecken. Fairerweise muss gesagt werden, dass die demografische Entwicklung der Strukturkrise eine zusätzliche Dynamik beschert. Auf den Prüfstand gehören die grundsätzlichen Mechanismen zwischen der Angebots- und Nachfrageseite sowie auch der krititsche Blick innerhalb des jeweiligen Lagers. Wird die Analyse des Ist-Zustandes inkl. einer Erfolgsbewertung der regulierenden Maßnahmen in der Vergangenheit konsequent durchgeführt, kann als Lösungsvorschlag nur ein deutliches und strukturelles Umsteuern des Systems übrig bleiben. Der Paradigmenwechsel auf der Nachfrageseite muss durch Stärkung der elementaren Handlungsparameter des einzelnen Menschen befördert werden. Außerhalb der zu reformierenden Grundabsicherung muss die Bereitschaft zum Eigenbeitrag des Patienten gestärkt werden. Ein vernünftiges Gesundheitsverhalten und Ernährung helfen, im System Kosten zu sparen; das sinnvolle Individualverhalten kann durch Belohnung des Einzelnen gestärkt werden. Hier wäre eine motivierende Zielkongruenz zwischen wünschenswertem Gesundheitseffekt und positiver Kosteneffizienz etablierbar.
Auch auf der Angebotsseite wird sich manches bewegen müssen. Die Fragen nach Optimierung von Behandlungsstrategien und Ausbau von Prävention wird ein deutlich transparenteres System erfordern, um Ziele konkreter zu formulieren und den Erfolg besser messen zu können. Die Einbindung der Patienten kann je nach Fall über unterschiedliche Ansätze erfolgen; wichtig wäre, einen Wettbewerb konkurrierender Modelle zuzulassen und im Benchmark den Erfolg zu messen. Das Potential, das ein kreativer Lösungsansatz mit moderaten Wettbewerbselementen bietet, darf nicht weiter durch die mittlerweile zur Absurdität degenerierten Gerechtigkeitsdebatte weg und tot reguliert werden. In der mittlerweile manifesten Schlußlichtposition Deutschlands in puncto wirtschaftlicher Entwicklung müssen die vorhandenen Ressourcen und Ideen besser genutzt werden! Die Chance hat Deutschland allemal. Allein es fehlt (noch) an Mut.
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