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Lab28 - Ausgabe Juli 2003


 

Inflammatorischer Risikofaktor der Arteriosklerose

 

High-Sensitivity C-Reaktive Protein (hs-CRP)

Centers for Disease Control and Prevention und American Heart Association haben kürzlich Risikoeingruppierungen vorgeschlagen

Die Arteriosklerose wird zunehmend als eine inflammatorische Reaktion in der Gefäßwand verstanden, unter Mitbeteiligung von Zytokinen wie Interleukin IL1, IL6 und TNF-alpha. Dieses lokale Geschehen wird durch eine geringgradige systemische inflammatorische Antwort begleitet. IL6 induziert eine Akute-Phase-Reaktion in der Leber (2). Solche Entzündungsreaktionen korrelieren mit den CRP-Serumwerten.

Lab28 - Ausgabe Juli 2003

Druck im Kessel
High-Sensitivity C-Reaktive Protein
Hämoglobinelektrophorese
Antivirale Therapie und Prophylaxe der Influenza
Mycoplasma pneumoniae
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Latexallergie
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Weiterbildungsangebot für das Praxisteam
Der Steuertipp

Um CRP als Risikofaktor zu verwenden, muss eine Messmethode gewählt werden, die auch den niedrigen Bereich gut erfasst und deshalb als high-sensitiv-CRP (hs-CRP) bezeichnet wird.

Es konnte gezeigt werden, dass der hs-CRP-Serumwert ein unabhängiger Risikofaktor für zukünftige Herzinfarkte, Schlaganfälle, Arterielle Verschlusskrankheit und gefäßbedingte Todesfälle ist. Bei Patienten mit bekannter Koronarer Herzerkrankung sind erhöhte hs-CRP-Werte mit einer erhöhten Rate gefäßbedingter Ereignisse assoziiert.

Es wird folgende Eingruppierung zur Bewertung vorgeschlagen (1):

Tertiele

hs-CRP

hs-CRP bedingtes Risiko

1

< 1,0 mg/L

niedriges Risiko

2

1,0 bis 3,0

mittleres Risiko

3

> 3,0 mg/L

hohes Risiko

Die Hochriskogruppe hat gegenüber der niedrigen ein um den Faktor 2,0 erhöhtes relatives Risiko. Die Tertielen beruhen auf Messungen von über 40.000 Patienten. Alle Messungen wurden mit dem Testkit der Firma

Dade-Behring durchgeführt, der auch in unserem Labor verwendet wird.

Da CRP als Akute-Phase-Protein bei vielen entzündlichen Erkrankungen erhöht ist, sollten Patienten mit akuter Entzündung oder Trauma erst drei Wochen nach Abklingen der Symptomatik untersucht werden. Es ist eine zweimalige Messung ratsam, um asymtomatische Infektionen zu berücksichtigen (1). Hs-CRP unterliegt keiner circardianen Schwankung. Die Blutentnahme kann nüchtern oder postprandial erfolgen.

Bei Patienten mit chronisch entzündlich Erkrankunken, z.B. rheumatoide Arthritis, kann die Bestimmung von hs-CRP nicht empfohlen werden. Bei hs-CRP-Werten über 10,0 mg/L sollte nach nicht kardiovaskulär bedingten Entzündungen gesucht werden.

Eine spezifische Therapie zur Senkung von CRP ist bisher nicht ausreichend evaluiert. Ob ein Screening sinnvoll ist, wird kontrovers diskutiert. Patienten mit mittlerem und hohem Risiko sollten besonders motiviert werden, beeinflussbare Risikofaktoren (z.B. Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel) zu verändern.

Literatur:

1) Markers of Inflammation and Cardiovaskulär Disease, Applikations to Clinical and Public Health Practise, A Statement for Healthcare Professionals From the Centers for Disease Control and Prevention and the American Heart Association, Circulation. 2003; 107:499-511.

2) Koenig W et al, Atherosklerose als inflammatorischer Prozess, C-reaktives Protein und koronares Risiko, Dtsch Arzteblatt 2003; 100: A117-126 (Heft 3).


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