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Lab28 - Ausgabe Juli 2002


 

Mehr oder weniger

 

Eineinhalb Jahre nach Gründung der Vivantes-Gesellschaft sollte der Blick mal wieder auf die Krankenhaus-Situation in Berlin gerichtet werden. Häufig in den Schlagzeilen der letzten Monate waren neben den kommunalen Häusern der Vivantes-Gruppe auch die Universitätskliniken insbesondere das UK Benjamin Franklin.

Lab28 - Ausgabe Juli 2002

Mehr oder weniger
Labor 28 Kompetenz - im St. Josef Krankenhaus
Ihre Meinung - Ihre Wünsche
Antiphospholipid - Antikörper (APA)
Für Sie gelesen: Hyperlipoproteinämien
Cardiale Troponine T und I (cTnT und cTnl)
Steckbrief Campylobacter
Infektiöse Endokarditis
Der Stuhl-Antigen-Test (Helicobacter pylori)
Labordiagnostik bei Osteoporose
Der Steuertipp:Computer und Telekommunikation
Kennzeichnung der Überweisungsscheine

Wie man der Presse entnehmen kann, sind zwar bestimmte Restrukturierungsmaßnahmen in die Wege geleitet, ein tatsächlicher Erfolg ist aber auf Grund unklarer Rahmenbedingungen noch nicht erkennbar. Unsicherheiten im Hinblick auf Finanzierungen und Trägerschaften sowie die Diskussion, welche Kernkompetenzen sinnvoll oder notwendig sind, machen ein schnelles Handlungsszenario unmöglich.

Aus Sicht des Labors - mit ungefähr 3 % des Budgetanteils des Krankenhauses kein Schwergewicht - bewegen sich diesbezügliche Umorientierungen in der Regel nicht mit höchster Priorität. In einer zukünftigen guten Krankenhaussituation wird die Bedeutung einer schnellen und umfassenden Diagnostik auch gerade unter den zukünftigen Vergütungsregeln tendenziell gestärkt. Die grundsätzliche Strategie für das Labor im Krankenhaus lautet: Vor Ort so viel wie nötig, extern so viel wie möglich.

Auf diesem Wege können die qualitativen und kostenmäßigen Vorteile bei der Abarbeitung eines großen Volumens genutzt werden, ohne die Patientenversorgung zu gefährden. Technologieentwicklungen können die sinnvolle Grenze in die eine oder andere Richtung verschieben; auch die vorhandene ärztliche Kompetenz eines Zentrums wird die Grenzziehung beeinflussen. Wesentlicher Punkt für das Funktionieren eines derartigen Modells ist eine ausgefeilte Logistik und eine reibungslose Informationstechnologie.

Unser EDV-Team.Von links nach rechts: Christian Viering,
Martina Woitkowiak,Simone Fuentes, Rolf Rabe, Christine Schneider

In der Vergangenheit mußten sich die niedergelassenen Labors erheblich stärker auf diese Belange einrichten als das vor Ort tätige Krankenhauslabor. Zwar weisen die von den Krankenhäusern begonnenen Straffungsmaßnahmen prinzipiell in die richtige Richtung, sind aber in ihrer Zielsetzung nicht konsequent definiert. So liebäugelt die Vivantes-Gruppe mal mehr und mal weniger mit der Idee, die durch die Straffung frei gewordenen Kapazitäten zum Wettbewerb im niedergelassenen Bereich zu nutzen. Unseres Erachtens eine falsche Strategie, da es primär um eine Stärkung der Kernkompetenz der Krankenhäuser gehen muss und es in den ureigenen Verantwortungsbereichen noch genügend lohnende Betätigungsfelder gibt. Auch im universitären Krankenhausbereich sind erste Zentralisierungen durchgeführt worden. Dennoch gibt es aus den gewachsenen Strukturen heraus immer noch eine Vielzahl von Einzellabors, die weitgehend unabhängig in Versorgungsstrukturen eingebunden sind und sich von der ursprünglichen Sinnhaftigkeit weit entfernt haben. Das Laufenlassen dieser Strukturen erhöht in einem erheblichen Maß die notwendigen Kosten im Laborbereich. Der aus unserer Sicht vernünftigste Lösungsweg ist die Kooperation zwischen Krankenhauslabor und einem großen niedergelassenen Labor, da auf diesem Wege die bereits vorhandenen Kompetenzen genutzt werden können und zumindest mittelfristig deutliche Kosteneinsparungen bei hohem Qualitäts- und Versorgungsniveau möglich wären. Ein weiterer Vorteil wäre ein höheres Maß an Flexibilität z. B. beim Einsatz neuer Gerätekonzeptionen bis hin zu dem gerade im Laborbereich zu erwartenden zukünftigen Technologiesprüngen.


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